In Vain – Currents

| 22. Januar 2018 | 0 Comments
In Vain

(c) Jørn Veberg

Zeit ist für In Vain ein relatives Konzept. Knapp fünf Jahre vergingen seit dem Release des monumentalen „Ænigma“, in weiterer Folge kämpfte man sich durch Raum und Zeit, nur um sich ein weiteres Mal zu großer metallischer Kunst zusammenzuraufen. Im Schatten von Enslaved und Borknagar entwickelten sich die Norweger zu den ungekrönten Königen progressiver Extreme-Metal-Avantgarde, abgehoben und doch bodenständig. „Currents“ feiert die Rückkehr auf den Thron.

Sieben Songs in ca. 42 Minuten – die limitierte Auflage enthält überdies zwei Bonus-Tracks – lassen keine wirkliche Schwachstelle entdecken und demonstrieren gar Wahnwitziges. Der bereits bekannte Opener „Seekers Of The Truth“ schraubt den Härtegrad sogleich nach oben mit seinem thrashig angehauchten Riff. In weiterer Folge kollidieren Viking-Sounds, melodische Kraftakte und ein Hauch von Death’n’Doom miteinander, abgerundet durch ein großartiges Gitarrensolo. Nicht zum letzten Mal lassen die frühen Opeth grüßen, wenngleich In Vain längst ihren eigenen, unverkennbaren Weg gefunden haben.

Dieser führt sie unter anderem zu „As The Black Horde Storms“, das seinem Namen absolut gerecht wird. Monumentale, epische Klänge, mitreißender Klargesang und bärbeißige Härte mit Black-Metal-Elementen peitschen diese sechseinhalb Minuten förmlich vor sich her. In „En Forgangen Tid (Times Of Yore Pt. II)“ finden sich die vielleicht ruhigsten Abschnitte dieser Platte, geradezu erhaben und doch unheimlich brachial. Und dann ist da noch „Standing On The Ground Of Mammoths“, ein siebenminütiges Kunstwerk mit Prog-Rock-Einschub, Pink-Floyd-Moment und schroffer Epik – erschütternd schön.

Unter anderem von Kristian Wikstøl (From Strength To Strength) und Matt Heafy (Trivium) begleitet, mutiert „Currents“ mit jedem Durchlauf mehr und mehr zum zweiten Opus Magnus der Norweger. Erneut übertreffen sich In Vain selbst und packen, mal eben im Vorbeigehen, den zweiten modernen Klassiker in Folge aus. Vielleicht noch eine Spur düsterer und progressiver als „Ænigma“, wagt sich dieser Nackenschlag in neue, ungeahnte Gefilde vor, deren musikalische Cleverness und Gefühl für erhabene Momente nur schwer in Worte zu fassen ist – eines der ersten großen Meisterwerke des Jahres, wenn man so will.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 26.01.2018
Erhältlich über: Indie Recordings (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/InVainOfficial

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Category: Magazin, Reviews

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