Trivium – The Sin And The Sentence

| 20. Oktober 2017 | 0 Comments
Trivium

(c) Jon Paul Douglass

Stillstand und Trivium, das passt einfach nicht zusammen. Auf „Silence In The Snow“ verzichteten Matt Heafy und Co. erstmals komplett auf Growls und steuerten weiterhin konsequent gen klassischere Klänge. Mit einem – natürlich, möchte man mittlerweile fast sagen – neuen Schlagzeuger und frischem Selbstbewusstsein tankt sich das US-Quartett nun durch seine Diskographie. Growls und Gang-Shouts feiern auf „The Sin And The Sentence“ ein willkommenes Comeback, ohne dabei vom eigentlichen musikalischen Weg der Band abzukommen.

Soll heißen: Trivium klingen nun wieder ein wenig stärker nach „Vengeance Falls“ und „In Waves“, ohne dabei auf die noch hymnischeren Heavy- und Thrash-Sounds ihrer letzten Platte zu verzichten. Die Vorboten gaben bereits einen durchaus erfrischenden und repräsentativen Einblick auf „The Sin And The Sentence“. Gleich zu Beginn gibt sich der Titelsong als feiste Hymne mit modernen Untertönen, pointiert eingesetzten Growls und dickem Refrain. Zwischen angedeuteten Melodic-Death-Attacken und feiner Prog-Solo-Arbeit schlägt das Quartett die Brücke zwischen alter und neuer Schule, und das nicht zum letzten Mal.

Zwischen den Stühlen rifft es sich offenbar besonders gemütlich: „Beauty In The Sorrow“ lässt dieses Konzept mit der an sich bereits komplizierten Disziplin Power-Ballade kollidieren und schüttelt einen kleinen Wellenbrecher aus dem Ärmel. „The Heart From Your Hate“, ein weiterer Vorbote, zeigt sich insgesamt eine Spur klassischer und erinnert in manchen Momenten an ruhigere Machine Head. Wer sich hingegen moderne Trivium-Heavyness zurückwünscht, wird in „Beyond Oblivion“ und „The Wretchedness Inside“ fündig. Schließlich führt der Rausschmeißer „Thrown Into The Fire“ zurück in die etwas brachialere Ära mit dezenten Querverweisen an „Kirisute Gomen“ und die angriffslustigen Wellenbrecher der Anfangstage.

„The Sin And The Sentence“ hält das Niveau seiner Vorgänger locker – kein großer Überhit am Start, dafür fast durchgehend ordentlich Power mit kaum nennenswerten Fillern und so manchem Zugeständnis an etwas ältere Fans. Die Rückkehr zu Growls und der etwas stärkere Fokus auf ruppige Modern-Ausritte bekommt Trivium hörbar gut – ein weiteres richtig unterhaltsames Album einer der konstantesten Metalbands der Gegenwart.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.10.2017
Erhältlich über: Roadrunner Records (Warner Music)

Website: www.trivium.org
Facebook: www.facebook.com/Trivium

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Category: Magazin, Reviews

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