Red Mountains – Slow Wander

| 4. September 2017 | 0 Comments
Red Mountains

(c) All Good Clean Records

Red Mountains und heiße Sommer, die Fortsetzung. Im Rekordsommer 2015 tauchten die Norweger erstmals auf mit ihrem kleinen Desert-Rock-Leckerbissen „Down With The Sun“. Nun, auf den Tag genau zwei Jahre später, folgt am Ende einer weiteren überaus hitzigen Saison der Nachfolger. Für den Zweitling „Slow Wander“ kündigt das Quartett mehr Heavyness und eine insgesamt deutlich düsterere Grundstimmung an.

Quasi als Bonus zum verfeinerten Sound gibt es auch gleich mehr Musik. Stolze knapp 48 Minuten Spielzeit machen deutlich mehr her, zumal das Niveau fast durchgehend hoch bleibt. Dreh- und Angelpunkt der Platte ist „Endless Ocean“, über zehn Minuten lang und eine Spur psychedelischer als der Rest, ohne dabei die etatmäßige Desert-Grundstimmung zu vernachlässigen. Mit betonter Coolness und sanft anrollenden Drums tasten sich die Norweger voran, Zeitlupen-Action und feinsinnige Gitarrenarbeit inklusive. Die große Explosion bleibt aus, stattdessen verharren Red Mountains in sich gekehrt mit diesem verspäteten Sommerboten.

Rundherum kehrt schließlich jene Heavyness ein, von der anfangs gesprochen wurde. „Cellar Door“ marschiert stoisch voran, setzt auf minimale Variationen und maximalen, herrlich bärbeißigen Effekt. Der Vorbote „Rat King“ nimmt das Tempo noch weiter heraus und klopft kurzzeitig sogar an doomigen Toren. Ein herrlich verschwitztes, majestätisches Gitarrensolo kommt genau zur rechten Zeit. In „Returning“ erinnern die Norweger sogar kurzzeitig an Red Fang, bevor ein sakral angehauchtes Zwischenspiel gen Kyuss’sche Pfade drängt.

Unterm Strich ist „Slow Wander“ eine ungewöhnliche und, vielleicht gerade deswegen, richtig gute Platte geworden. Das musikalische Spektrum gestaltet sich noch breiter – von cooler Psychedelia bis zum doomigen Powerhouse ist alles dabei -, Sound und Songwriting profitieren überdies ungemein von der feineren und doch brachialeren Klinge. Red Mountains wachsen auf sympathische Weise weiter. Mittlerweile können die Norweger sogar mit den prominenten US-Veteranen mithalten.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.09.2017
Erhältlich über: All Good Clean Records (Download-Album)

Facebook: www.facebook.com/redmountainsband

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Category: Magazin, Reviews

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