Helpless – Debt

| 6. September 2017 | 0 Comments
Helpless

(c) Holy Roar Records

‚Fuck.‘ – diese knappe wie pointierte und treffliche Beschreibung des Gehörten steht der aktuellen Biographie von Helpless voran. Tatsächlich wäre damit auch alles gesagt, denn die Musik des Trios aus der britischen Marinestadt Plymouth raubt tatsächlich Atem und Sprache. Wütender Grindcore trifft auf Noise, Math und alle anderen erdenklichen chaotischen Subgenres. Zwischen roher Düsternis und cleverer Brachialgewalt schlägt das Debütalbum „Debt“ ein.

In unter 22 Minuten handeln Helpless ihren Einstand ab – typische Grind-Länge und auch vollkommen in Ordnung, denn diese Platte geht an die Substanz. Da wären einerseits die wütenden, pointierten Nackenbrecher, wie das mit einem Video versehenene und zwischendurch schön bleierne „Ceremony Of Innocence“ oder der explosive Opener „Worth“ – brutal, rasend und unnachgiebig. „Sertaline“ setzt zwischendurch noch einen drauf, nur um urplötzlich das Tempo rauszunehmen und in Zeitlupe zu zerstören.

Die Briten grooven aber auch schon mal recht ordentlich. „Moral Bankruptcy“ scheint zunächst überhaupt nicht in die Gänge zu kommen, macht aber mit seiner aggressiven Converge-Energie einiges her. Noch heftiger im zähen Sinne ist bloß „Denied Sale“, mit fünf Minuten Spielzeit auch der mit Abstand längste Song. Beinahe doomig mutet das Noise-Sperrfeuer an, welches die Herren aus Plymouth hier vom Stapel lassen. Gerade die heiseren Schreie und Growls im wütenden Bassgewitter kommen gut, gemeinsam mit einem sperrigen, zuweilen avantgardistisch angehauchten Sound, der an die heimischen Newcomer It’s The Lipstick On Your Teeth erinnert.

Nichts für schwache Nerven und vielleicht gerade deswegen so grandios: Die erste Punktlandung wäre Helpless mit ihrem Debütalbum geglückt. „Debt“ macht von vorne bis hinten ordentlich Rabatz, egal wie schnell, egal wie chaotisch. Zwischen Grind-Purismus, Math-Action und verschrobenem Sperrfeuer landen die Briten Treffer über Treffer. So schön kann verstörend sein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 08.09.2017
Erhältlich über: Holy Roar Records (AL!VE)

Website: helplessnoise.com
Facebook: www.facebook.com/helplessnoise

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Category: Magazin, Reviews

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