Celeste – Infidèle(s)

| 27. September 2017 | 0 Comments
Celeste

(c) Lex Photography

Mit dem Release ihres Doppel-Konzeptalbums „Animale(s)“ entdecken Celeste Gevatter Zeit für sich. Anstatt Jahr für Jahr neue Musik auf den Markt zu werfen, bemühen sich die französischen Black-Metal-Vanguards mit weit geöffneten Scheuklappen nun um feinsinnige Detailarbeit, natürlich weiterhin mit einem Händchen fürs Grobe. „Infidèle(s)“ ließ beinahe vier Jahre auf sich warten, be- und entlohnt nun mit spannenden Reisen durch einen sich stetig erweiternden musikalischen Mikrokosmos.

Die rohe Energie bisheriger Releases bleibt natürlich erhalten, wird aber noch geschickter in vergleichsweise geregelte, überaus effektive Bahnen gelenkt. So gibt sich beispielweise „Comme des amants en reflet“ als schwarzmetallischer Bastard, der sich immer wieder gerne in Midtempo-Gefilde zurückfallen lässt und dicke, mächtige Sludge-Riffs durch den Äther jagt. „Sotte, sans devenir“ zeugt zudem vom Faible der Franzosen für epische Post-Something-Klänge mit ausladenden, durchaus doomig angehauchten Riffwänden und überaus dichter, explosiver Atmosphäre.

Natürlich darf auch das obligatorische instrumentale Auge des Sturms nicht fehlen. „(I)“ perfektioniert etwaige Post-Black-Metal-Bemühungen mit dramatischen Spannungsbögen und monumental stampfenden Drums. Zwischendurch lockert das angepunkte, brachiale „De l’ivresse au dégoût“ die Stimmung ein wenig auf, während die Monstrosität „Tes amours noirs illusoires“ schon mal wohlige Erinnerungen an Genre-Großtaten weckt.

Und doch sind diese gut 48 Minuten alles andere als perfekt, Detailarbeit hin oder her. Gerade zur Mitte des Albums wiederholen sich gewisse Strukturen etwas zu häufig und drücken ein wenig aufs Gemüt. Selbst ob dieser Doom-Sludge-Wiederholungen darf und sollte man „Infidèle(s)“ aber keineswegs abschreiben, denn rundherum leisten Celeste durchaus Spektakuläres. Mehr denn je sprengen die Franzosen musikalische Grenzen auf und packen Hit über Hit über Hit aus. Alles, was jetzt noch fehlt, ist ein Meisterwerk auf Albumlänge, denn zumindest zur Hälfte schaffen Celeste genau das bereits überaus locker.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.09.2017
Erhältlich über: Denovali Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/celesteband

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Category: Magazin, Reviews

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