Aseethe – Hopes Of Failure

| 20. Februar 2017 | 0 Comments
Aseethe

(c) Thrill Jockey

Aseethe aus Iowa City im US-Bundesstaat Iowa haben schlechte Laune. Zumindest lässt das der Sound des Trios vermuten, der rohe Doom-Wucht immer wieder in entstellte Drone-Untiefen kippen lässt. Seit zehn Jahren aktiv, spezialisierten sich Aseethe bis dato vor allem auf Kleinformate und können auf eine Reihe an Splits und EPs zurückblicken. Mittlerweile ist der ewige Szene-Geheimtipp bei Thrill Jockey unter Vertrag, wo nun das erst zweite Studioalbum „Hopes Of Failure“ erscheint.

Vier Monolithen – achteinhalb bis knapp 14 Minuten lang – leben Entschleunigung vor und setzen dafür auf rohe Energie. Im Trio-Lineup erzeugen Aseethe unheimlich viel Druck, gestützt durch heisere, stellenweise durchaus gutturale Vocals. Irgendwo zwischen Screams und Growls fährt Brian Barrs Stimme durch Mark und Bein. Der Vordenker – Aseethe war ursprünglich sein Solo-Projekt – treibt seine Mannen mit unheimlicher Präzision voran.

Bereits der Opener „Sever The Head“ packt alles, was die Mannen aus Iowa ausmacht, in einen monumentalen Giganten. Selbst für Doom-Verhältnisse geht es ziemlich zäh und behäbig voran, stellenweise könnte man zwischen den Noten sogar campen. Der Hauch von Melodie im Mittelteil erzeugt klaustrophobe Stimmung, dann folgt die Rückkehr zur schroffen Gitarre mit bissigem Finale – ein Konzept, das sich so in etwa auch durch den Rest der Platte zieht.

„Barren Soil“ lebt Drone in Reinkultur vor, nur selten zucken die Finger übers Griffbrett. Ein „Towers Of Dust“ beleuchtet hingegen die noisigere Doom-Seite mit einem Hauch von Sludge, während im ellenlangen „Into The Sun“ schließlich alle Welten kollidieren und einen 14minütigen Klassiker schaffen – unglaublich aber wahr. Sumac, Inter Arma und Tombstones lassen grüßen, wenn Aseethe ihre unwirtlichen Zelte aufschlagen. Die brachiale, ungestüme Energie von „Hopes Of Failure“ fährt im besten Sinn durch Mark und Bein, und verwischt geschickt die Grenze zwischen Doom und Drone – Musik für Nebelwände und Weltuntergangsstimmung.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.02.2017
Erhältlich über: Thrill Jockey (Rough Trade)

Facebook: www.facebook.com/aseethecreation

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Category: Magazin, Reviews

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