Earth Moves – The Truth In Our Bodies

| 2. November 2016 | 0 Comments
Earth Moves

(c) Truthseeker Music

Es gibt viele Möglichkeiten, mit Trauer und Verlust umzugehen. Earth Moves legen diese negativen Emotionen in musikalische Monolithen um. Das junge Trio aus Brighton befasst sich mit dem gesamten Spektrum von Gevatter Post Metal. Düster und hoffnungslos, brachial und überlebensgroß bauen sich ihre mächtigen Klanggebirge auf und erinnern schon mal an Envy, Deafheaven oder Mono. Mit ihrem Debüt „The Truth In Our Bodies“ empfehlen sie sich für höhere Weihen.

Jordan Hills scheinbar müheloser Wechsel zwischen infernalen Growls und klagendem Gesang alleine macht diese Platte so besonders und trägt zu ihrem Facettenreichtum bei. In der intensiven und doch zurückgenommenen Dauerattacke „There Was An Apple Orchard Here“ erinnern die Briten immer wieder an Deftones, wenn auch deutlich roher und bissiger. Viel typischer ist da schon „Pia Matar“, ein zehnminütiger Gigant mit pointierter Dynamik und unwahrscheinlich aggressivem Biss. Gelegentliche Ausflüge in beinahe schwarzmetallische Gefilde werden durch Ambient-artige Klänge aufgewogen, während rundherum die Welt erzittert.

Dynamik, Aggression und emotionale Höhepunkte satt – „House Of Flowers“ taucht tief in Post-Black-Metal-Gefilde ab, kurze Kreischpassagen inklusive, nur um am Höhepunkt aus dem bisherigen Duktus auszubrechen und klaustrophobe Melodien auszupacken. Stark auch die Dynamik von „Breathing Solemnity“: Nach dreieinhalb hoffnungsvollen Minuten sackt der Track plötzlich in sich zusammen und speit Feuer mit einem infernalen High-Speed-Finale der Extraklasse.

Erst nach mehreren Durchläufen lässt sich der kondensierte Wahnsinn von „The Truth In Our Bodies“ halbwegs greifen. Dauerfeuer trifft auf Nachdenklichkeit, Black-Metal-Aggressionen auf Shoegaze-Rock und einen Funken Hoffnung. Earth Moves spielen mit den Emotionen ihrer Hörer und packen obendrein ordentlich Underground-Dreck auf ihren ohnehin fiesen Sound. Das wuchtige, eindringliche Ergebnis spricht für sich: Hier könnte Großes heranreifen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.11.2016
Erhältlich über: Through Love Records / Truthseeker Music (Broken Silence)

Facebook: www.facebook.com/whereearthmoves

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Category: Magazin, Reviews

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