Mourning Beloveth – Rust & Bone

| 19. Januar 2016 | 0 Comments
Mourning Beloveth

(c) Ván Records

Drei Jahre nach einem spannenden Doppelalbum, das ohne die zweite Scheibe ein kleiner Meilenstein hätte werden können, nehmen Mourning Beloveth erneut Anlauf – und das, wie es sich gehört, betont langsam. Irlands wütendste Doom-Experten orientieren sich dieses Mal an ihren Wurzeln und an ihrer Herkunft, verweben klassische thematische und musikalische Motive der grünen Insel in ihr neues Album und nennen es „Rust & Bone“.

Mit etwas über 38 Minuten für Doom-Verhältnisse mehr EP als Album, wollen die Iren die fünf hier vertretenen Tracks als eine kompakte Einheit wissen. Bei zwei betont kurzen Zwischenspielen muss das übrige Material auch passen, und das ist der Fall. „A Terrible Beauty Is Born“, der stimmungsvolle Rausschmeißer, setzt auf akustische Töne und folkige Atmosphäre, gesäumt von traditionellen Gesängen – mindestens so spannend wie das leidenschaftliche „The Mantle Tomb“, das im Zeitlupentempo süßliche Melodik auf infernale Growls treffen lässt. Das Rezept mag nun nicht gerade neu sein, es geht aber auf.

Das Hauptaugenmerk liegt freilich auf „Godether“, den über 16 Minuten langen Opener von „Rust & Bone“. Hier ziehen Mourning Beloveth sämtliche Register und setzen sich selbst ein kleines Denkmal. Nach zurückhaltendem Beginn setzt die behäbige Maschinerie ein, getragen von dicken Gitarren und gutturalen Growls. Mit zunehmender Spielzeit halten melodische Sprengsel und angedeutete Choräle Einzug, bis nach ca. zwölf Minuten die Explosion folgt. Plötzlich schlägt das Monstrum in ein High-Speed-Black-Metal-Stück um – Vollgas bis zum Ende, keine Gefangenen, totale Kapitulation. Was für ein Trip!

Heftig, geradezu bedrohlich wogt „Rust & Bone“ hin und her, hat gleichzeitig die härtesten und weichsten Momente in der illustren Karriere der Iren zu bieten. Etwas mehr Mittelfeld und, generell, mehr Spielzeit wären wünschenswert gewesen, denn so wirkt diese Präsentation von Mourning Beloveth etwas dünn bemessen. Was jedoch, gerade in den beiden ersten Epen, zu hören ist, zählt zu den Karriere-Highlights des Quartetts.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.01.2016
Erhätlich über: Ván Records (Soulfood Music)

Website: www.mourningbeloveth.com
Facebook: www.facebook.com/MourningBelovethBand

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Category: Magazin, Reviews

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