Peace Killers – Peace Killers

| 18. Januar 2016 | 0 Comments
Peace Killers

(c) Sarah Elliott

Werden musikalische Zeitreisen nicht langsam langweilig? Natürlich treibt sich in der vertonten Ahnenforschung so manch anstrengende Truppe herum – Copycats ohne eigenen Sound, von Stil ganz zu schweigen. Peace Killers könnten anders sein. Die vier Herren aus Sacramento haben sich Proto-Metal mit Punk-Ethos und Hard-Rock-Unterboden verschrieben. Sämtliche Granden der 70er und 80er schimmern durch, wenn die US-Amerikaner ihr schlicht „Peace Killers“ betiteltes Album vom Stapel lassen.

Im Gegensatz zu vielen mehr oder minder prominenten Kollegen entpuppt sich das hier vorhandene Material aber als wesentlich spannender, weil bei aller Vertrautheit eine gewisse eigentümliche Note steter Begleiter bleibt. „Devils Daughter“, der Opener, kombiniert beispielsweise den Blues der 70s-Rocker mit ein wenig NWOBHM-Riffing. Etwas Diamond Head hier, ordentlich Maiden da, und doch eine angenehm eigentümliche, selbstbewusste Präsentation, die von den bissigen Vocals bis zur feinen Gitarrenarbeit kaum Wünsche offen lässt.

Besagter Opener leitet nahtlos in das druckvolle „Feast On Fisticuffs“ über, den vielleicht härtesten und wütesten Track dieser Platte. Hier kommt sogar ein wenig Punk-Attitüde durch. Die raue, aggressive Präsentation harmoniert beispielsweise mit den feinen Harmonien und der brodelnden Orgel von „Young Man’s Shoes“ bestens, das als solches wiederum prächtig neben dem verschwitzten „Heavy Days Moon Blood“ funktioniert. Ausgerechnet eine Cover-Version mutiert zum heimlichen Highlight dieser Platte. „Spoonful“, die Cream-Bearbeitung eines Blues-Klassikers, wird zum verruchten Powerhouse mit martialischem Riffing.

Freilich, besondere Innovation darf man sich in diesem Genre nicht erwarten, aber darauf zielen Peace Killers gar nicht erst ab. Ihr Proto-Metal ist frisch genug, um Altbewährtes in ein halbwegs packendes, mitreißendes Outfit zu stecken, das vertraute Töne mit neuen Riffideen verbindet. Simpel, effektiv und auf den Punkt – so und nicht anders wühlt man in der Gitarren-Mottenkiste.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.01.2016
Erhätlich über: Svart Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/peacekillers

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Category: Magazin, Reviews

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