My Sleeping Karma – Soma

| 27. September 2012 | 0 Comments

My Sleeping Karma

Seit Jahren errichten My Sleeping Karma faszinierende, instrumentale Konstrukte mit psychedelischer Note, die Stoner- und Post-Rock-Fans gleichermaßen zu begeistern wissen. Mittlerweile ist das Quartett aus Aschaffenburg bei Napalm Records gelandet und feiert mit „Soma“ einen mächtigen Einstand. Hierbei handelt es sich um den Rauschtrank der Götter, der in der Rigveda, die älteste der Veda-Schriften und wichtiger Bestandteil des Hinduismus, überliefert wird. Dabei beschreiben die sechs Songs, verbunden durch mehrere kurze Interludes, die vermeintlichen Bestandteile eben jener göttlichen Flüssigkeit.

Bestechend fallen, wenn schon das Schlagzeug ein wenig unterproduziert wirkt, der Songaufbau und die Erzählstruktur aus. So entfaltet sich der Opener „Pachyclada“ mit seinen dezenten Querverweisen auf Across Tundras und Collapse Under The Empire erst mit fortlaufender Spieldauer, werden die Instrumente schrittweise hinzugenommen, nimmt der gelegentlich in den Vordergrund tretende Basslauf eine überaus prominente Rolle ein, schwillt der Synthi-Teppich gegen Ende ein wenig an, ohne zum Störfaktor zu werden. Gerade hier brillieren My Sleeping Karma: präziser Aufbau, pointierte Gitarren, relativ entspannt wirkende Klänge, die mit knisternder Spannung und ordentlich Explosions-Potential versehen werden. Die sprichwörtliche Bombe könnte jederzeit hochgehen.

Kunstvoll werden die Songs durch zahlreiche kleine Fragmente, allesamt schlicht „Interlude“ genannt, zusammengehalten, die einerseits dazu dienen, sich zwischen den Kolossen kurz zu entspannen, andererseits das Gehörte verarbeiten und auf den nächsten Abschnitt vorbereiten. ‚Laut‘ werden My Sleeping Karma nur selten, Understatement zeichnet die Aschaffenburger aus. Es sind seltene, etwas mächtigere Momente – beispielsweise in „Eleusine Coracana“ und dem stellenweise geradezu metallischen Finale „Psilocybe“ – die etwas aufbrausender klingen; Wellen wie diese machen „Soma“ zum Erlebnis, gerade was den leichten Alt.Country-Vibe mit Sumpf-Verwandtschaft, der unter anderem auch U.S. Christmas auszeichnet, betrifft. Gegenüber den Kollegen von Glowsun hat man die Nasevorne, die Breite verzaubert, der Tiefgang berührt. Alles also wie gehabt, alles wie gehabt mächtig.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 28.09.2012
Erhätlich über: Napalm Records (Universal Music)

Website: www.mysleepingkarma.eu
Facebook: www.facebook.com/pages/My-Sleeping-Karma/345497259531

My Sleeping Karma – Ephedra

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Category: Magazin, Reviews

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