Make – Trephine

| 30. Juli 2012 | 0 Comments

Make

Die Suche nach dem perfekten Bandnamen, wie an ähnlicher Stelle bereits thematisiert, ist eine schwierige Sache. Prägnant soll er sein, möglichst einzigartig und simpel. Scott Endres, Spencer Lee und Matt Stevenson machen es sich wohl zu leicht und nennen sich Make, ein Albtraum für Suchmaschinen-Fetischisten. Was das Trio aus Chapel Hill, North Carolina jedoch in punkto namentlicher Kreativtät an Energie spart, investiert es in seine Musik. Wer auf Doom, Sludge, Post Metal und eine Prise Schwarzmetall steht, dürfte am Debütalbum „Trephine“ seine helle Freude finden.

Zu Beginn bewegen sich Make in verhältnismäßig traditionellen Bahnen. „Ancient Tongues“ spielt mit klassischen Doom-Merkmalen, schielt aber ebenso in finstere Tombs-Abgründe, gibt sich räudig und spröde. Die sparsam eingesetzten Growls sorgen für kleine Akzente. Gerade die A-Seite – Devouter Records sorgt dafür, dass „Trephine“ zusätzlich zur digitalen Ausgabe nun auch auf Vinyl erscheint – spielt mit Doom und Sludge, erinnert ein wenig an die aktuelle Tombstones-Platte und schielt dezent gen Isis. Ein Monolith wie „…And Time Came Undone“, der auf einem stark verfremdeten Stoner-Riff aufbaut, weiß durchaus zu begeistern.

Mit der B-Seite wird es hingegen spektakulär. „Surrounded By Silent Lies“ lässt einen dezenten Hang zu Melodien und Harmonien entdecken, ohne jedoch alles umzuwerfen – zumindest bis zur Vier-Minuten-Marke, denn hier lichtet sich der Nebel. Erhabene Gitarren und Klargesang (!) erinnern an die poppigen Momente von Killing Joke, haben sogar dezentes Pop-Appeal. Der Bann ist nun keineswegs gebrochen, nach wie vor regieren Härte und karges Land, beispielsweise in „Scorched Sky“ (nomen est omen). Einzig im abschließenden „Into The Falling Grey“ verrennen sich Make ein wenig. Was mit schwarzmetallischer Brachialgewalt und dröhnenden Neurosis-Gitarrenwänden amtlich beginnt, versumpft nach kurzer Stille in einem sechs Minuten langen, von Feedback-Schleifen durchzogenen Outro ohne jeglichen Mehrwert.

Immerhin lässt es sich an dieser Stelle gut abschalten und resümieren. So unsinnig dieses Finale auch ausfällt, so spannend präsentieren sich Make auf ihrem Einstand insgesamt. Die Mischung aus vertonter Einöde, aufgebrochenem Boden, abgeholzten Wäldern, böigem Wind und sengender Hitze fällt, so unwirtlich die Verhältnisse auch sein mögen, attraktiv aus, wobei die US-Amerikaner einen durchaus verwandten thematischen Komplex vor sich sehen: Ein Patient in einem nicht näher benannten Krankenhaus zieht sich nach einem psychischen Zusammenbruch in seine Fantasie zurück und durchquert eine post-apokalyptische Welt. „Trephine“ ist kein Werk für ängstliche, depressive Gemüter und geht deutlich an die Substanz. Lohnenswert ist dieser auf Krawall gebürstete Hassbrocken allemal.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 30.07.2012
Erhätlich über: Devouter Records (UK-Import)

Website: thebandmake.blogspot.co.at
Facebook: www.facebook.com/thebandmake

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Category: Magazin, Reviews

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