Bury Tomorrow – The Union Of Crowns

| 29. Juli 2012 | 0 Comments

Bury Tomorrow

Wenn sich eine Band für ihr zweites Album drei Jahre Zeit lässt, hofft man als Hörer natürlich, dass die Platte einiges zu bieten hat. In einer schnelllebigen Szene, wie die der Hartwurst-Fraktion, dauert es ja bekanntlich nicht lange, bis man als Eintagsfliege abgestempelt wird. Der UK-Metalcore-Fünfer Bury Tomorrow hat sich jedoch nicht auf den Lorbeeren für „Portraits“ ausgeruht, sondern präsentiert mit „The Union Of Crowns“ anno 2012 einen Dampfhammer, der es in sich hat. Mit Nuclear Blast hat sich glücklicherweise auch ein geeignetes Label gefunden, um das Teil endlich auf die Meute loszulassen.

Gleich zu Beginn fällt auf, dass Metalcore noch lange nicht tot ist. In den letzten Jahren haben die Jungs ihren Sound merklich verfeinert. Die derben Shouts und Growls von Daniel Winter-Bates sind erbarmungsloser, während die cleanen Gesangspassagen von James Cameron noch melodischer, aber gleichzeitig auch um einige Ecken kraftvoller aus den Boxen knallen. Die obligatorischen Breakdowns, teils vertracktes Riffing und unzählige catchy Hooklines verwandeln den Zweitling in ein Album voller Kontraste.

Das episch-monströse „Royal Blood“ und die Uptempo-Hymne „Lionheart“ wurden bereits Monate vor der Albumveröffentlichung rausgehauen. Somit konnte man sich schon ein Bild davon machen, in welche Richtung das Quintett gehen würde. Bereits die ersten zwei Songs „Redeemer“ und „The Maiden“ bieten einen guten Vorgeschmack auf die Dynamik des Albums, denn so gut wie alle 14 Songs gehen nahtlos ineinander über. Kurz gesagt, die Platte wirkt wie aus einem Guss.

In den insgesamt 55 Minuten gibt es immer wieder Grund zur Freude. Das brachiale, an Lamb Of God erinnernde „Message To A King“ sorgt beim Refrain für ordentlich Gänsehaut. Das melodische „An Honourable Reign“ weckt Erinnerungen an Atreyu, nicht nur auf Grund Camerons stimmlicher Ähnlichkeit zu Brandon Saller (Atreyu, Hell Or Highwater). „Knight Life“ zeigt wiederum, dass auch an Bury Tomorrow die Djent-Bewegung nicht ganz spurlos vorübergegangen ist.

In der zweiten Hälfte sorgen vor allem das fesselnde „Abdiction Of Power“, das unter die Haut gehende „1603“ und das alles zermalmende „Sceptres“ – welches ganz ohne cleane Gesangsuntermalung auskommt – für ausgelassenes Kopfnicken. Das Gegenstück zu „Sceptres“ liefert das abschließende, auschließlich clean gesungene „A Curse“. Die Nummer lebt von feinsten Melodien und purer Emotion. Einen besseren Rausschmeißer hätten sich die Engländer nicht aussuchen können. Extra dickes Lob geht an Mehdi Vismara für die verdammt gefühlvolle Gitarrenarbeit.

Es ist schon beeindruckend wie Bury Tomorrow es schaffen bei einer Anzahl von 14 Songs den Spannungsbogen auf konstanter Höhe zu halten. Stilistisch bewegen sich die Briten auf „The Union Of Crowns“ zwischen Lamb Of God, Killswitch Engage, Miss May I und (alten) Atreyu hin und her, drücken der Platte aber ihren eigenen, fetten Stempel auf. Einen besseren Nachfolger zu „Portraits“ konnte man sich nicht wünschen. Hut ab!

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 13.07.2012
Erhältlich über: Nuclear Blast (Warner Music)

Website: www.burytomorrow.co.uk
Facebook: www.facebook.com/BuryTomorrow

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Category: Magazin, Reviews

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