Tombstones – Year Of The Burial

| 14. April 2012 | 0 Comments

Tombstones

Mit zwei schlicht durchnummerierten Alben und einem bissigen Sound zwischen Stoner und Doom streckte das norwegische Trio Tombstones seine Fühler erstmals über die Landesgrenzen aus. Seit „Volume II“ vor zwei Jahren muss sich jedoch einiges getan haben. Mit Stoner-Elementen ist es vorbei, stattdessen regiert furztrockener Doom Metal mit starker Drone-Schlagseite und einer reduzierten, ohrenbetäubenden Produktion. „Year Of The Burial“ als Albumtitel – ob dieser mit dem Tod von Ex-Gitarrist Jonas Martin Sørmo in Verbindung steht, ist nicht bekannt – schlägt nicht nur ein neues Kapitel in der Karriere der Norweger auf, sondern sorgt dafür, dass sie endlich ankommen.

Bereits der erste Anschlag des Openers „Unveiling“ fährt durch Mark und Bein. Bass und Schlagzeug bilden eine wuchtige, unnachgiebige Einheit, während der drückende Gitarrensound für ein ungesundes Gefühl in der Magengrube sorgt. Die Produktion drückt brutal, zeigt sich fies und mörderisch dröhnend, ohne dabei die Band selbst hinter Noise und Feedback zu verstecken. Im Gegenteil, Bjørn-Viggo Godtland singt und röhrt über den martialischen Mix wie ein Reiter der Apokalypse. In „Quintessential“ lässt er sich zu Schreien der Verzweiflung hinreißen, während das Schlagzeug Fill auf Fill türmt, nur um von Yob-Riffs im Zeitlupentempo förmlich in Stücke gerissen zu werden.

Man wird das Gefühl nicht los, als ob sich Sunn o)) mit Earth, Boris und Saint Vitus auf einen mörderischen Jam getroffen hätten, aus dem Hits (ja, Hits!) wie das schwerfällige, überlaute und zermürbende „Sabbathian“ entstanden sind. In „Egypt“ schimmern sogar noch vereinzelt Stoner-Motive durch – eine Erinnerung an eine längst vergangene, längst vergessene Zeit, die von bis zur Unkenntlichkeit entstellter Distortion regelrecht in der Luft zerfetzt wird. „Year Of The Burial“ wirkt wie das fehlende Bindeglied zwischen klassischen Doom-Bands und den Drone-Heroen, die mit Noise und Feedback-Schleifen für verschlagene Ohren sorgen. Hier gibt es kein Gramm Fett, nur Brachialgewalt im Zeitlupentempo. Was für ein Leckerbissen!

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 20.04.2012
Erhätlich über: Soulseller Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/tombstonesoslo

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Category: Magazin, Reviews

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