Interview mit Tuomas Rauhala von For The Imperium

| 10. April 2012 | 0 Comments

For The Imperium

In einer Zeit, in der man im Hard & Heavy-Bereich bereits alles schon einmal gehört haben will, überrascht das finnische Quartett For The Imperium mit ungemein frischer Experimentierfreudigkeit. Die Jungs aus Helsinki vereinen so mir nichts, dir nichts Pop, Rock, Metal und Hardcore zu einem (nach kurzer Gewöhnungsphase) schockierend schlüssigen Gesamtkunstwerk, das auch noch Spaß macht. Drummer Tuomas Rauhala verrät uns, was den Sound von For The Imperium ausmacht und warum die Tage des finnischen Stereotypen gezählt sind.

Wie habt ihr als Band angefangen?

Wir haben For The Imperium 2008 gegründet. In dieser Zeit haben wir alle Musik an derselben Uni in Helsinki studiert.

Warum habt ihr euch für den Namen For The Imperium entschieden? Bedeutet das, dass wir es hier mit einem Haufen "Star Wars"-Geeks zu tun haben?

Demonic-Nights, so treffen wir uns also wieder. Der Kreis ist nun komplett (lacht). Ernsthaft, Star Wars hat mit uns nichts zu tun. Unser Sänger Hakim (Hietikko) hatte die Idee, die Band For The Imperium zu nennen. Schließ‘ dich dem Imperium an oder du wirst vernichtet! 2012 – Das Imperium schlägt zurück!

Eure Musik verbindet eine Vielzahl verschiedener Genres, angefangen bei Pop, über Hardcore, bis hin zum Extreme Metal. Welche Musikrichtungen und Bands beinflussen euch eigentlich am meisten?

We sind alle mit Rock und Metal aufgewachsen. Das sind also unsere Wurzeln. Bevor wir For The Imperium ins Leben gerufen haben, spielten wir Jazz, Pop, Rock und andere Richtungen in verschiedenen Bands. Die Liste unserer Einflüsse ist wirklich endlos. Aber lass‘ mich dir erzählen, welche Bands ich in letzter Zeit höre. Da wären Gojira, The Ocean, Brad Paisley, Tower Of Power, Johannes Brahms dritte Symphonie, Verdis Requiem und Chopin. Wie du sehen kannst, ergibt das überhaupt keinen Sinn (lacht). Wenn ich dir ein Metal-Bands nennen muss, die ich mag, dann würde ich Bands wie Death, Pantera, Sikth, Psycroptic, Meshuggah und The Haunted nennen.

Die Tatsache, dass euer Sound sich von einem Song zum nächsten so drastisch verändert, erweckt starkes Interesse an eurem Schreibprozess. Wie wagt ihr euch an einen Song heran?

Die Art, wie wir einen Song schreiben, ändert sich ständig. Es kann mit einem coolen Gitarrenriff oder einem Drum-Groove beginnen. Manchmal schreibe ich ein rhythmisches Muster oder Akkorde auf Papier nieder und gebe sie unserem Gitarristen Ville (Suorsa). Es ist interessant zu beobachten, was er dann daraus macht. Natürlich kann die Idee hinter dem Song breiter sein. Wir überlegen uns zum Beispiel, wie wir am besten elektronische Sounds mit Mathcore-Riffs kombinieren können. Es ist schon verdammte harte Arbeit innovative Musik zu schreiben. Das Wissen über die Geschichte und Ästhetik verschiedener Musikrichtungen stellt aber ein großartiges Werkzeug zum Komponieren dar.

Mit welchen Themen setzt ihr euch in den Lyrics auseinander?

Wir konzentrieren uns auf Dinge, die um uns herum passieren. Einige Texte sind politisch, andere sind eher unbekümmert. Ich liebe Hakims (Hietikko) Art zu schreiben. Seine Texte passen perfekt zu den Songs.

Der sehr düster klingende Track "Hero" und das Piano-getriebene "Österbotten" heben sich stark von all dem Chaos ab. Um was geht es in diesen Songs und was bedeutet eigentlich "Österbotten"?

Wir dachten, es wäre notwendig, ein paar ruhige Momente in das Album einzuflechten. Wie du schon gesagt hast, ist der Rest des Albums ziemlich chaotisch. „Hero“ und „Österbotten“ bieten deswegen einen guten Kontrast. „Österbotten“ ist schwedisch und heißt soviel wie „Ostbottnien“. Es geht darin um eine Region im Norden von Finnland.

Die Message von "Pike River" ist sofort klar, wenn man die ersten Worte "Viva la revolucion!" hört. Es ist jedoch nicht gerade einfach den Sinn des Musikvideos zu verstehen. Um was geht es genau?

Der Song hat doch einen gewissen Club-Hit-meets-Metal-Touch. Aus diesem Grund wollten wir ein Video machen, welches Elemente von Pop-Videos mit echtem Chaos verbindet. Um die Story geht es dabei gar nicht, sondern um den Kontrast der verschiedenen Bilder.

In "Pike River" verwendet ihr in einer Passage auch Autotune. Dieses Hilfsmittel hat sich in der heutigen Musikszene zu einem Trend entwickelt, über den man gerne streitet, vor allem im Rock- und Metal-Bereich. Wie stehst du dazu auf Effekte zurückzugreifen, um die Stimme zu verändern?

Für uns war das nur ein Effekt um dem Song eine Art Akon-Sound hinzuzufügen (lacht). Wir wollten einen bestimmten Stimm-Effekt erhalten und haben es nicht verwendet, um irgendwelche Fehler auszumerzen. Soviel ich weiß, ist das ist der einzige Song auf dem Album, wo wir diesen Effekt verwendet haben. Wie auch immer, meiner Meinung nach ist es einfach ein praktisches Werkzeug im Studio, aber nichts, was man unbedingt haben muss.

Wenn wir wieder auf eure Musikvideos zurückkommen, scheint ihr ja ein ziemlich verrückter Haufen zu sein. Verglichen mit dem stereotypischen Finnen ist das doch eher ungewöhnlich. Seid ihr eine Band ohne Grenzen oder gibt es auch ein Punkt, bei dem ihr sagt: "Das geht doch etwas zu weit."?

Es ist 2012 und der stereotypische Finne hat das Gebäude verlassen (lacht)! Da wir ja nicht zu 100% Metalheads sind, würde Vodka trinken und sich nackt im Schnee zu wälzen nicht wirklich zu uns passen. Das letzte, was du erwähnt hast, kommt auch ab und an mal vor. Zum Glück haben wir noch etwas Selbstkritik in uns übrig.

Euer selbstbetiteltes Debütalbum wurde in Finnland bereits vor einiger Zeit veröffentlicht. Wenn ihr jetzt zurückblickt, wie zufrieden seid ihr mit der Platte?

Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es ist ein solides und vielseitiges Debütalbum. Wir haben während dem Prozess extrem viel gelernt. Unsere Vorstellungen für das nächste Album sind zudem noch um einiges konkreter. Wir haben bereits zehn neue Songs geschrieben und können es kaum erwartenm später im Jahr wieder ins Studio zu gehen.

Gibt es Pläne für eine Europa-Tour?

Ja, die gibt es. Mehr kann ich dir im Moment leider noch nicht sagen.

Was können wir von euren Live-Shows erwarten?

Energie! For The Imperium ist definitv eine Live-Band. Wir geben immer 110%. Wir garantieren dir eine wirklich unterhaltsame Live-Show und schlechte Witze in den Pausen (lacht).

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft.

Danke! Ich hoffenm wir sehen uns bald in Österreich.

Website: www.fortheimperium.com
Facebook: www.facebook.com/fortheimperium

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Category: Interviews, Magazin

Demonic-Nights.at - AKTUELLES