Sympathy For Nothing – A Taste Of Light

| 9. April 2012 | 0 Comments

Sympathy For Nothing

Die Geschichte von Schwanenstadt im Bezirk Vöcklabruck reicht bis in die Zeit der Illyrer und Kelten zurück, die unweit des heutigen Stadtzentrums eine Siedlung gründeten. Fußballfans erinnern sich möglicherweise an den ehemaligen Vizemeister der Zweiten Liga, der 2008, von finanziellen Problemen gebeutelt, seine Lizenz an Magna verkaufte. Sympathy For Nothing sind nun drauf und dran, zum bekanntesten Export der 4.000-Einwohner-Stadt zu werden. Die Gewinner des International Live Award 2008 spielten bereits am Frequency und am Donauinselfest, schafften es obendrein mit ihrem Video „Roads To Rome“ auf MTV Germany-Rotation. Via Terrasound erscheint nun ihr Debütalbum „A Taste Of Light“.

In eine Schublade lassen sich die Schwanenstädter freilich nicht zwängen, wie bereits der Opener „In 2 Pieces“ beweist. Moderne, metallische Klänge treffen auf klaren Alternative Rock-Gesang und sparsam eingesetzte Growls, die jedoch über weite Strecken in den Hintergrund rücken. Chef im Ring ist allerdings ganz klar Sänger Richard Jakob Thallinger, der mit Power und Harmoniegefühl überzeugt, womit er auch bei nordamerikanischen Modern Rock-Bands hervorragend aufgehoben wäre. Gerade in „Over & Done“, zu dem es auch ein Video gibt, schwimmt er sich förmlich frei, klettert auf einen imaginären Thron und schwingt im überlebensgroßen Refrain ein mächtiges Zepter, während seine Mannen das eine oder andere The Haunted-Riff in das Dickicht einweben.

Vor allem in der ersten Albumhälfte setzt es Hits am laufenden Band: „Long Forgotten“ spielt mit einem Hauch Düsternis, punktet aber vor allem mit einem mächtigen Breakdown, in dem sich Thomas Putz die Seele aus dem Lieb growlt. In „Just One Truth“ schalten Sympathy For Nothing einen Gang zurück. Angesiedelt im unteren Midtempo-Bereich, setzt es eine verhinderte Power-Ballade, die man von Linkin Park seit Jahren hören möchte. Selbst „Fortune Smiled“, die tatsächliche Quotenballade, geht in Ordnung, auch wenn die ruhigen Strophen gefährlich nahe in Richtung Kitsch steuern, jedoch rechtzeitig die Kurve kriegen. Dann doch lieber einen Wellenbrecher wie „Claustrophobia“ zwischendurch, der mit französischen Modern Metal-Bands kokettiert – ein Wunderwerk an Dynamik.

Trotz stolzer Spielzeit von 51 Minuten kommt „A Taste Of Light“ ohne Ausfälle aus, selbst kleinere Wiederholungen gegen Ende des Albums stören kaum. Man muss Sympathy For Nothing zu einem außerordentlichen Debütalbum gratulieren, das nicht nur in Österreich einzigartig in punkto Sound und Qualität erscheint, sondern auch durchaus internationales Niveau durchscheinen lässt. Zwischen modernen Rock- und Metal-Klängen fühlen sich die Schwanenstädter hörbar wohl, die Produktion wirkt sauber und druckvoll, dazu hat man einen hervorragenden Sänger am Start, der die klassische Rock-Schule ins 21. Jahrhundert katapultiert. Hut ab.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.04.2012
Erhätlich über: Terrasound Records (Hoanzl)

Facebook: www.facebook.com/sympathyfornothing

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