Moon Destroys – OMNI

(c) LK Konkoli
Aktuelle und ehemalige Mitglieder so illustrer Bands wie Torche und Royal Thunder machen als Moon Destroys gemeinsame Sache. Bereits 2020 erschien eine erste EP mit Gast-Vocals von Troy Sanders (Mastodon) und Bryan Richie (The Sword), im Vorjahr landete ein erstes Album in Eigenregie. Seither konnte man Zach Amster von Abrams als Stimme und Zweitgitarrist gewinnen, mit Blues Funeral Recordings weiß man zudem eine kompetente Plattenfirma im Hintergrund. „OMNI“ entwickelt den herrlich eigenwilligen Sound des Trios gezielt weiter.
Musikalisch bewegt man sich irgendwo im Querschnitt all dieser Bands und auch nicht. Der programmatisch betitelte Opener „Invasion“ trägt gewisse Torche-Qualitäten in sich, rifft sich durch Stoner-Doom-Untiefen mit dezentem Pop-Flair, nur um die Brücke zwischen Alternative und Psychedelia zu schlagen. Herrlich verwaschene Einschübe, etwas Sinnsuche und greifbare Sehnsucht in der durchschimmernden Synth machen Laune. Hingegen schraubt „Missing Wish“ den Heavyness-Faktor erst einmal kräftig nach oben und erinnert im besten Sinne an die (Post-)Grunge-Bands der späten 90er und frühen 2000er. Verschwitzte Düsternis mit kantigen Hooks wird von einer musikgewordenen Dampfwalze nahezu erdrückt.
Während man sich über diese Wendung noch wundert, sind Moon Destroys bereits ganz woanders. In „Motion Sickness“ finden sie eine Art goldenen Mittelweg und lassen sich treiben. Das vergleichsweise forsche Tempo wird von einem verspielten, melodischen Mittelteil komplett ausgehebelt. Urplötzlich steigt das Trio in höhere Bewusstseinsebenen auf, die infernale Fanfare trifft auf himmlische Chöre. Doom und Desert Rock dominieren hingegen das überlange „She Cried“ mit donnernden Drums und kompromissloser Entschleunigung. Ein massives Bollwerk türmt sich auf, der Zusammenbruch wird in bester Post-Rock-Manier rausgezögert.
Erst richtig schwer zu greifen, dann verdammt gut: Was Moon Destroys hier an Show abziehen, macht richtig viel Laune. Selbstverständlich ist sofort klar, wo sie musikalisch stehen, wo sie herkommen und was sie ausmacht. Dieser Kraftakt von einem Album bietet eine Fülle spannender Ideen auf, die sich mit der Zeit prima finden und ein hypnotisches Ganzes ergeben. Natürlich taucht typisches Torche-Riffing der alten Schule auf, mit etwas Pop und Synthetik verbunden, aber eben auch diese herzhaften Modern-Rock-Exkurse, die in ihrer Eigentümlichkeit richtig viel Spaß machen. Für all die dargebotene Heavyness umweht „OMNI“ erstaunliche Leichtigkeit, ein lässiges Verweilen zwischen zusammenbrechenden Stühlen. Dieser kuriose, beschwingte, zermürbende Auftakt macht Laune.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 04.09.2026
Erhältlich über: Blues Funeral Recordings (Cargo Records)
Website: www.moondestroys.com
Facebook: www.facebook.com/moondestroys


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