Spirit Adrift – Infinite Illumination

| 8. August 2026 | 0 Comments
Spirit Adrift

(c) Alex Ranae

Schluss, aus vorbei: Mitte April veröffentlichten Spirit Adrift ihr sechstes Studioalbum und kündigten gleichzeitig ihre Auflösung an. Mastermind Nate Garrett hat alles gesagt, der Abgang des als Doom-Soloprojekt gestarteten und in den letzten Jahren zur tourenden Hard-Rock- und Heavy-Metal-Act gewordenen Band erfolgt am Höhepunkt. Ein Blick auf den finalen musikalischen Akt lohnt sich: „Infinite Illumination“ zeugt von pointierter Finalität und demonstriert zugleich, dass selbst ein Abgang in Bestform alles andere als einfach ist.

Gleich zu Beginn wartet ein Epos: Der Titelsong „Infinite Illumination“ nimmt knapp acht Minuten in Beschlag und fährt den Heavyness-Faktor gleich mal deutlich nach oben. Das klingt um Welten doomiger und schwerfälliger als zuletzt, erinnert an die frühen Alben von Spirit Adrift. Garrett singt in Bestform, die gelegentlich eingestreuten klaren Gitarrentöne kommen ebenso gut wie die wütende Eruption nach etwa fünfeinhalb Minuten mit Screams und Double-Bass-Salve. Herrlich überdreht, etwas flotter und metallischer, so schafft hingegen „White Death“ die Verbindung zu den jüngeren Platten. Speziell der ausladende Mittelteil mit seiner präzisen Soloarbeit ist großes Kino.

Und groß ist an dieser Platte richtig viel. Wie der Rausschmeißer „Where There Once Was An Ocean“, ein waschechtes Doom-Epos der monumentalen Sorte. Wütendes Stampfen, dicke Riffs und der exzessiv in die Länge gezogene Abgang symbolisieren, wie schwer es tatsächlich ist, sich endgültig von Spirit Adrift zu verabschieden. Die Verbindung von Hard Rock und Doom in „You Will Never Hold The Key“ ist ebenfalls ganz groß. Süffige Gitarren, erstaunlich proggige Soli und die pure Wucht der Schlussminuten sind großes Kino. Dass im direkten Anschluss „Born In A Bad Way“ den Sprint anzieht und in unter dreieinhalb Minuten proto-metallische Riffs in rauen Mengen rausschießt, hat ebenfalls Methode.

Dieses finale Aufbäumen ist ein Erfolg auf ganzer Linie. Spirit Adrift konzentrieren sich auf Doom und Heavyness der Anfangstage, ohne jüngere Entwicklungen zu ignorieren. So hart klangen Garrett und Mitstreiter tatsächlich lange nicht, was ihnen bestens bekommt. „Infinite Illumination“ demonstriert nochmals eindrucksvoll, was mit diesem Projekt, mit dieser Band verschwindet, schneidert epischen Doom mit kantigen Riffs und sympathischer Rock-Seite, angenehm retro und doch im besten Sinne eigenwillig. Auf Nate Garretts musikalische Zukunft darf man gespannt sein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 10.04.2026
Erhältlich über: 20 Buck Spin

Website: www.spiritadrift.com
Bandcamp: spiritadrift.bandcamp.com

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Category: Magazin, Reviews

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