Filth Is Eternal – Impossible World

| 14. März 2026 | 0 Comments
Filth Is Eternal

(c) Shelby Natasha

Seit dem Namenwechsel schrauben Filth Is Eternal erfolgreich am eigenen Sound und konnten sich ihre wütende Intensität behalten, während etwas mehr Punk und Melodik in den ruppigen, drückenden Hardcore-Mix Einzug halten. Zwischen furioser Energie und zusätzlichen Harmonien sieht sich das Quartett mit einer zunehmend aussichtsloseren Zukunft konfrontiert, wenn unter anderem zunehmender Faschismus eine ohnehin bereits düstere Welt weiter verfinstert. Wie man in einer solchen Umgebung überhaupt überleben und weitermachen kann, will „Impossible World“ herausfinden.

Diesen erneut verfeinerten musikalischen Weg bringt „Acetylene“ recht gut auf den Punkt. Vertraute Hardcore-Intensität mit metallischer Schlagseite trifft auf Lis Di Angelos klaren Gesang, mit viel Hall belegt und so etwas wie der Ruhepol im gebremsten Chaos. Die Muskelspiele knüpfen ein wenig an frühere Platten an, wie auch die angethrashte Wut von „Desire“. Gina Gleason von Baroness liefert die zweite Stimme, die Harmonien im Chorus sind großes Kino. Dass rundherum das Tempo erst einmal kräftig erhöht wird, bevor die Gitarren in der zweiten Hälfte sogar etwas in Richtung Alternative Rock drängen, passt ins Bild.

Gleason ist übrigens nicht der einzige Gast. Im anschließenden „Total War“ mischt Blood Brothers-Legende Johnny Whitney lautstark mit und lässt mit seiner hellen, heiseren, gequälten Stimme Hören und Sehen vergehen. Der Uptempo-Track „So Below“ holt sich hingegen Fall Out Boy-Gitarrist Joe Trohman hinzu. Treibender, knüppelharter Punk mit abgedrehtem Solo ist das Ergebnis – so schräg wie sympathisch. Wie weit Filth Is Eternal seit ihren ruppigen Anfangstagen gekommen sind, zeigt der Rausschmeißer „Skorpio“. Dichte melodische Texturen treffen auf Verzweiflung und öffnen sich mächtigen Rock-Klängen. Doch auch „Stay Melted“ am anderen Ende des Albums, ein kantiger und dennoch harmoniebedürftiger Abräumer, wäre vor einigen Jahren wohl unmöglich gewesen.

Obwohl sie melodischer und eingängiger denn je klingen, könnten Filth Is Eternal weiterhin kaum weiter von Radiofreundlichkeit entfernt klingen. Das liegt ebenso an den präzisen, unbequemen Texten wie an den nach wie vor ausgeprägten Ecken und Kanten aus dem Hardcore, die stets ordentlich Präsenz zeigen und Schmerzen bereiten. Ja, „Impossible World“ geht noch leichter ins Ohr, keine Frage, bleibt dabei aber maximal unangenehm und grätscht bewusst in jegliche Form von Harmoniebedürfnis rein. Das US-Quartett erlebt eine weitere kleine Metamorphose und zeigt sich doch bestens aufgelegt – die nächste, bestimmt aber nicht letzte spannende Entwicklung und nicht minder unterhaltsame Platte aus Seattle.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.03.2026
Erhältlich über: MNRK Records

Facebook: www.facebook.com/filthiseternal

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Category: Magazin, Reviews

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