The Holeum – Ensis

| 15. März 2026 | 0 Comments
The Holeum

(c) The Holeum / Lifeforce Records

Einmal durchatmen und beherzt weitermachen: The Holeum schienen in den letzten Jahren etwas untergetaucht, „Sublime Emptiness“ war bereits im Sommer 2019 erschienen. Das Quintett aus dem spanischen Alicante hatte sich aber keinesfalls verabschiedet, bloß ließ man die Welt ein wenig vorüberziehen und die Musik reifen. Exakt das ist auf ihrem nunmehr dritten Album zu hören. „Ensis“ knüpft nicht einfach nur an seine Vorgänger an, sondern bemüht sich konsequent um kreative Erweiterung, um Neuaufbau und um das Ansteuern frischer, durchaus mutiger Ufer im nach wie vor vertrauten Soundgewand.

Und das bewegt sich einmal mehr in experimentellen, extremen und melodischen Metal-Gefilden, mit einem klaren Faible für Post Metal, Doom und Death Doom. Die verzaubernden und zugleich unbequemen Texturen des eröffnenden „The Fermi Paradox“ führen sogleich auf die richtige Spur. Hier suchen The Holeum nach dem richtigen Weg, nach Antworten auf ungestellte Fragen, und explodieren – urplötzlich und vehement – aus den spannungsgeladenen Nebelschwaden. Wieder und wieder gehen die Spanier durch die Decke, nur um im nächsten Moment innezuhalten. Der melodische, erhabene und epische Schlussteil mit klarem Gesang, später durch pure Wut und Aggression abgelöst, kommt gut.

Damit gibt das Quintett die Marschrichtung vor und geht wiederholt ans Limit. In „Hyperdimensional Physics“ spielt sich dieses an der Grenze zu dominantem Post Black Metal ab. Einsame, doomige Gitarren mittendrin fahren wie ein heißes Messer durch die angespannte Butter. Erneut gelingt das Spiel mit Licht und Schatten hervorragend, eingängiger Part inklusive. „Macrocosm + Microcosm“ serviert hingegen relativ klassischen Death Doom, zumindest über weite Strecken. Greifbare, zermürbende Emotionen, unfassbarer Weltschmerz und die pointierte Eruption des gequälten Inneren gehen an die Substanz. Da kommen die fragilen Melodien des Rausschmeißers „Geometric Congruence Vortex“ gerade recht. Robotische Vocal-Samples überraschen und harmonieren erstaunlich gut mit donnernden Uptempo-Passagen.

Sehr vertraut und doch wieder etwas anders – ein Kunststück, das The Holeum mit ausgesuchter Leichtigkeit vollbringen. Das Death-Doom-Fundament mit experimentellen Post-Metal-Einflüssen ist mittlerweile hinlänglich bekannt, doch holen sich die Spanier gar geschickt allerlei frische Ideen hinzu. Furiose Black-Metal-Wände, klaustrophobe Gothic-Fragilität und sogar eine gesunde Prise Elektronik machen richtig viel her. „Ensis“ benötigt vielleicht etwas mehr Anlaufzeit und Aufmerksamkeit als zuletzt, weit offene Ohren für komplexe Gedankensprünge und anspruchsvolle Arrangierung, doch begeistert die stets präsente Schönheit des Moments wieder und wieder. Das Warten auf ihr drittes Album hat sich mit Sicherheit gelohnt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.03.2026
Erhältlich über: Lifeforce Records (SPV)

Website: theholeum.com
Facebook: www.facebook.com/theholeum

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Category: Magazin, Reviews

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