The Holeum – Negative Abyss

| 19. September 2016 | 0 Comments
The Holeum

(c) Lifeforce Records

Die Auflösung von NahemaH vor vier Jahren hinterließ eine große Lücke in der spanischen Metal-Landschaft. Ehemalige Mitglieder dieser und weiterer Szenebands sind mittlerweile als The Holeum aktiv und haben sich epischem wie extremem Post Metal verschrieben. Atmosphäre und rauschende Emotionen kollidieren mit wuchtigen, heftigen Arrangements und einer ordentlichen Dosis Avantgarde. Der Einstand „Negative Abyss“ macht durchaus neugierig.

Wie wirr und gleichzeitig faszinierend die Spanier klingen, untermauert „Philosopher’s Stone“, das in über sieben Minuten so ziemlich das gesamte Spektrum des Quartetts abdeckt. Zäh, beinahe doomig rollt der Track an, von Schmerzensschreien und verkappter Melodik begleitet. Je länger der Song dauert, desto tiefer zieht er in schmerzerfüllte Welten hinab. Nach vier Minuten schließlich Zusammenbruch und beinahe proggiger Neuaufbau – mit einer Trompete. Das ungewöhnliche Instrument begleitet das Auge des Sturms, bevor The Holeum für das große Finale das Gaspedal durchdrücken.

Zahlreiche Ambient-Passagen und avantgardistische Anleihen ziehen sich wie ein roter Faden durch dieses Debüt. So wird das brachiale wie monumentale „Omniverse“ von einem verspielten, verqueren Intermezzo unterbrochen, nur um ein weiteres Mal durchzustarten. „Cosmic Horror“ widmet sich gar komplett dem Drone-Zwischenspiel und fällt viel zu lang aus. Ein „Nuclear Mysticism“ mit melodischem Hoffnungsschimmer sowie das herrlich breitbeinige, selbstbewusste Finale „Dystopia“ rücken den Eindruck wieder gerade.

Beinahe wären The Holeum abgestürzt, bleiben aber trotz aller Widrigkeiten in der Spur. Selbstbewusstes Auftreten, eindrucksvoller Spielwitz und faszinierende Arrangierung retten vor kleinen Untiefen und machen „Negative Abyss“ letztlich sogar zum Winner. Selbst wenn sich hier die eine oder andere Mini-Schwachstelle versteckt hält, macht das kohärente wie kreative Auftreten der Spanier unheimlich Laune. Selten lagen Katharsis und Hoffnungslosigkeit so nahe beisammen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.09.2016
Erhältlich über: Lifeforce Records (Soulfood Music)

Website: www.theholeum.com
Facebook: www.facebook.com/theholeum

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Category: Magazin, Reviews

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