Hanging Garden – Isle Of Bliss

| 16. März 2026 | 0 Comments
Hanging Garden

(c) Jani Kormu

Die finnische Wundertüte reitet einmal mehr in Richtung Überraschung aus. Was man bei Hanging Garden bekommt, weiß man im Vorhinein nur selten. Das Septett sorgt einmal mehr für Spannung, gerade nach der vergleichsweise unmittelbaren EP „The Unending“ aus dem Vorjahr, die bereits als Vorgeschmack für das nunmehr neunte Studioalbum galt. Letztlich sollte der damalige Eindruck von mehr Härte nicht täuschen: „Isle Of Bliss“ verzichtet zwar keinesfalls auf leichtfüßige Vocals und synthetische Einflüsse, gewährt aber der Heavyness um Welten mehr Platz als zuletzt.

Unter diesen Vorzeichen überrascht der Auftakt „To Outlive The Nine Ravens“ etwas weniger, wenngleich Post-Black-Metal-Attacken von Hanging Garden dennoch etwas unerwartet kommen. Hohes Tempo, wütende Blasts und heisere Schreie kollidieren mit ätherischen Einflüssen, in weiterer Folge verfestigt sich der frostige Eindruck und legt den Grundstein für ein Wechselbad der Gefühle. Beklemmende instrumentale Einschübe und donnernde, kantige Sprints wechseln sich ab, während Riikka Hatakkas helle Stimme ein wenig Auflockerung bringt. Auch der Titelsong „Isle Of Bliss“ kennt die Urgewalt, bettet diese jedoch geschickt in vertraute Death-Doom-Gefilde ein. Ordentlich Melancholie und eine grandiose Gesangsmelodie kollidieren mit schroffer Intensität.

„Arise, Black Sun“ beginnt in media res mit abermalig schwarzmetallisch angehauchter Energie und bettet diese in einen größeren, fast monumentalen Kontext ein. Hanging Garden ringen mit konstant wechselnder Stimmung, mit feenhafter Leichtigkeit und einem growlenden Toni Hatakka in Höchstform, während erhabene Gitarren wieder und wieder in Richtung Extreme kippen. An anderer Stelle klopfen die Finnen „At The Gates Of Hel“ an und finden dort bleierne Schwere. Nebelschwaden legen sich auf das Gemüt, kolossale Felslandschaften bewegen sich in Zeitlupe. Der zweistimmige Gesang in der Schlussminute rührt ebenso wie das fatalistische, todtraurige „Beneath The Fallen Sky“ – eine wunderschöne Elegie, die stärker an die letzten Alben erinnert.

Hanging Garden bewegen sich scheins spielerisch zwischen den Welten hin und her und räumen auch mit diesem erneuten Finetuning ab. Die Finnen ignorieren zu keiner Zeit die jüngeren und jüngsten Entwicklungen, machen mit diesem bewussten Schritt zu rabiater, kompromissloser Heavyness allerdings viel richtig. „Isle Of Bliss“ erinnert mehr denn je an klassische Death-Doom-Klänge, verliert keinesfalls an Anmut und packt gleichzeitig deutlich mehr Aggression und Urgewalt hinzu als seit sehr langer Zeit. Die Mischung stimmt und positioniert Hanging Garden ein weiteres Mal als wahre Meister ihres Fachs.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.03.2026
Erhältlich über: Agonia Records

Facebook: www.facebook.com/HangingGardenOfficial

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Category: Magazin, Reviews

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