STORMO – Sogni Che Invadono Il Cielo

| 21. März 2026 | 0 Comments
STORMO

(c) STORMO

Wo auch immer sie gerade andocken, STORMO hinterlassen mit wachsender Begeisterung pures Chaos der anziehenden Art. Die Italiener verfügten immer schon über einen sehr ausgeprägten DIY-Ethos, der nun zur Gründung einer eigenen Plattenfirma – ANFESIBENA – führte. Zum Auftakt liefert das Quartett eine neue Platte ab, die den vertrauten Screamo- und Hardcore-Einsatz einmal mehr ausdehnt – mit Post Rock, Black Metal, Noise Rock, Post Punk und unzähligen weiteren Einflüssen im Schlepptau. „Sogni Che Invadono Il Cielo“ (dt. „Träume, die in den Himmel einfallen“) setzt auf ein wenig Hoffnung, wo man diese nicht mehr zu finden glaubt.

Zeit will nicht verloren werden, der Vorbote „Gesti“ erhebt sich aus dem Chaos und erinnert angenehm an frühe Converge. Die rasende Wut schlägt urplötzlich in schwarzmetallische Sprints um, immer lauter und hektischer, bis zur Unkenntlichkeit zerlegt. Auf dem Höhepunkt brechen diese 106 Sekunden ab und lassen „Maree“ den Vortritt. Ordentlich Hall auf den noisigen Gitarren und komplexe rhythmische Spielereien bereiten den Weg für … nachdenklichen, butterweichen Post Rock? Unerwartete Momente purer Idylle drehen sämtliche Hörgewohnheiten mal eben auf links, bevor das leicht überdrehte, von Effektgeräten torpedierte Finale konsequente Zuspitzung bemüht.

Im folgenden „Estuari“ regieren eine Halbzeit lang verwaschene Gitarren. Dieser eher am Post Punk orientierte Sound verwundert ein wenig, doch rücken STORMO den Haussegen schnell wieder gerade. Deutlich mehr Kanten und kleinere Stakkato-Attacken führen in vertraute Gefilde. Die steuert ebenso „Indaco“ an, mit erneuter Black-Metal-Kante, rasend schnell und herb. Dichte und beklemmende Atmosphäre bemüht den nächsten Bruch. Tauchen in „Constellazioni“ etwa Gang Shouts auf? Wird hier zwischenzeitlich gesungen? Hoffnungsvolle, komplett entstellte Gitarren schnüren weiter und weiter die Luft ab, bevor die Klangcollage „Isole“ ein wenig Wahnsinn hinzunimmt.

Sechs Songs, gut 18 Minuten, schon wieder Schluss: STORMO haben keine Zeit zu verlieren und lassen der Experimentierfreude doch mehr Raum denn je. Zugleich bleiben sie dem etatmäßigen Chaos auf sympathische Weise treu. „Sogni Che Invadono Il Cielo“ lässt sich zwischen Extremen, zwischen komplett konträren Klangwelten herumreißen und findet doch stets sein abgedrehtes Ziel. Die angedeutete Hoffnung steckt ebenso drinnen wie noch mehr Aggression und rasende Wut. Verwaschene Zwischenwelten suchen nach etwas, das längst verloren scheint. STORMO machen es einmal mehr niemandem einfach, sondern machen einfach – die nächste packende Platte einer exzellenten Band, deren konstanter Flux-Zustand immer noch beeindruckt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.03.2026
Erhältlich über: ANFESIBENA

Facebook: www.facebook.com/stormohc

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Category: Magazin, Reviews

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