Bask – The Turning

| 18. August 2025 | 0 Comments
Bask

(c) Garrett Williams

Eine Serie von Rückschlägen erschütterte Bask in den knapp sechs Jahren seit dem Release von „III“. Die gemeinsame Tour mit Elder fiel kurz vor ihrem Start der Pandemie zum Opfer, man konnte sich im Anschluss nur selten treffen. Etwa vier Jahre später, kurz nachdem das Tracking ihrer neuen Platte abgeschlossen war, fegte Hurrikan Helene über die Heimat Asheville, North Carolina. Nach bangen Tagen kam man mit einem blauen Auge davon, wenngleich die Region von Verwüstungen und zahlreichen Todesfällen gezeichnet war. Nun landet „The Turning“ doch noch und wagt sich direkt weiter denn je hinaus.

Die Antwort auf die sehr schweren letzten Jahre ist ein etwa 40minütiges Konzeptalbum mit Sci-Fi-Motiven, das sich zugleich mit dem Streben nach Unsterblichkeit befasst – eh klar, möchte man beinahe sagen. Im Zuge dessen wurde der Stoner-Psych-Sound mit Doom-, Americana- und Prog-Elementen gleich noch eine Spur abgefahrener gestaltet. Das beginnt bereits bei „In The Heat Of The Dying Sun“, dessen greifbare Schwere sich erst aus dem ellenlangen Intro herausarbeiten muss, dessen mystische Grundstimmung von plötzlichem Donnerschlag erschüttert wird. Die ominöse, unbequeme erste Hälfte wird schließlich von rifflastiger Urgewalt zersetzt, der Gesang arbeitet sich aus unendlichen Weiten hervor, dann erzittert das Gebälk erneut. Schließlich: Stille, unendliche Stille.

Während dieser beeindruckende konzeptuelle Auftakt noch nachhallt, sind Bask längst einige Türen weiter. Im schneidenden, schwerfälligen „Unwound“ spielen sie ihre ganzen Qualitäten als Quintett aus. Bandintimus Jed Willis wurde in den letzten Jahren als fixes fünftes Mitglied integriert und liefert ab, unter anderem mit seiner Pedal Steel, die einen packenden Kontrast zu den spacigen Klängen schafft, während das verwaschene Arrangement weiter abhebt, sich treiben lässt und einen furiosen Höhepunkt findet. Im abschließenden Titeltrack ringen Bask lange um Fassung und bemühen beherzte Gezeiten, bevorzugt mit donnernden Wänden und filigraner Saitenhexerei versehen. Die kennt auch „Dig My Heels“ und holt fast poppigen Country-Charme dazu, bevor urplötzlich proggige Mastodon anklopfen.

So herausfordernd kann vermeintliche Leichtfüßigkeit sein. Bask halten nämlich rein gar nichts davon, ihre ohnehin anspruchsvolle konzeptuelle Präsentation in halbwegs geregelte Bahnen zu lenken, und sprengen diese lieber mit latentem Wahnsinn. „The Turning“ fällt noch spaciger und proggiger aus, zugleich melodischer und gefühlvoller denn je. Und härter und rifflastiger, um die Trifecta das Wahnsinns perfekt zu machen. Inmitten existenzieller Fragen und Weisheiten ringt das US-Quintett um Fassung, befreit sich aus dem Tief der Umstände und meldet sich erhobenen Hauptes mit einem besonderen Album zurück, das im besten Sinne an die Substanz geht.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.08.2025
Erhältlich über: Season of Mist

Facebook: www.facebook.com/basknc

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Category: Magazin, Reviews

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