Venom Prison – Erebos

| 31. Januar 2022 | 0 Comments
Venom Prison

(c) Andy Ford

Der Spaß an der Musik legte vor einigen Jahren den Grundstein für eine der heißesten Death-Metal-Aktien der Gegenwart. Venom Prison hegten keinerlei Bestrebungen, großartig zu touren oder gar einen Plattenvertrag zu unterschreiben. Mit ihrem dritten Album finden sich die fünf Südwaliser nun plötzlich bei Century Media wieder und nützen diese Plattform, um ihren Sound kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Erebos“ versucht mehr denn je mit Erwartungen zu brechen, gibt sich melodischer, progressiver, extremer und heavier.

Ein Track wie „Pain Of Oizys“ zeigt die alte, neue Ausrichtung des Quintetts und hangelt sich über semi-proggige, fast schon balladeske Klänge in eine extreme Achterbahn der Gefühle. Die brachialen Parts mitten in der reduzierten Instrumentierung kommt gut, Larissa Stupar holt einmal mehr Unglaubliches aus ihren Stimmbändern heraus. In der zweiten Hälfte geht der Track schließlich durch die Decke mit vertrackten Rhythmen, melodischem Sperrfeuer und hymnisch-verquerem Death-Thrash. Im Vergleich dazu wirkt „Nemesis“ konventionell und geradlinig. Zwischen Ballerburg, Groove-Monstrosität und Brechstange tasten Venom Prison die extremere, angethrashte Seite ihres Sounds ab, wie deutlich ranzigere Machine Head.

Am anderen Ende der extremen Skala lauert der Rausschmeißer „Technologies Of Death“, eine fatalistische Fanfare des destillierten Untergangs. Ruppige Schwerfälligkeit, technisch versierte Einschübe und pure Aggression bereiten die Verfinsterung der Sinne vor. Apokalyptische Synthetik und proggige Intermezzi legen den Grundstein für ein melodisch angehauchtes Finale, das in manchen Momenten sogar in Richtung Blackened-Death blickt. Das wunderbar kaputte, stellenweise fast schon eingängige „Castigated In Steel And Concrete“ knüpft entfernt an die letzten Platten an, lässt sogar einen Hauch von Klargesang durch und spielt mit dezenten Core-Einflüssen auf dem höllischen Höhepunkt.

Klar ist, dass es Venom Prison laut, ungestüm und ungefiltert mögen. Ebenso wird schnell deutlich, dass die Brit*innen inzwischen deutlich stärkere Songwriter sind. Ihr Sound wirkt um Welten reichhaltiger und vielfältiger, bemüht neue Komplexität und haut dennoch dolle zu, wenn es denn sein muss. „Erebos“ denkt die Death-Metal-Ansätze weiter mit kaputtem Prog, mit wilder Melodik, mit dichter Atmosphäre und mit der etatmäßigen Brechstange der Brachialgewalt. Venom Prison, so viel Pathos muss sein, sind nun endlich angekommen. In jeder Hinsicht.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.02.2022
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Website: venomprison.com
Facebook: www.facebook.com/venomprison

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Category: Magazin, Reviews

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