Employed To Serve – Conquering

| 15. September 2021 | 0 Comments
Employed To Serve

(c) Andy Ford

Im lockeren Zwei-Jahres-Rhythmus veröffentlichen Employed To Serve seit 2015 neue Platten, die sich gefühlt im steten Wandel befinden. Das Quintett um Justine Jones legte einst überaus derb und vertrackt los – Grind und Math dienten als wichtigste Referenzpunkte – nur um seither vermehrt Richtung Groove und Hooks zu steuern. Für das vierte Album mussten die Briten eine komplett neue Rhythmusabteilung engagieren, was hörbar gut klappte. „Conquering“ räumt mit der auf den Vorgängern vertonten Auseinandersetzung mit emotionalen Abgründen auf und sucht nach einem Weg nach vorne durch innere Stärke und Selbstwertgefühl.

Ein Track wie „Mark Of The Grave“ zeigt deutlich, wohin die Reise nun geht. Die Intensität bleibt, die Hooks werden größer und es schleicht sich sogar ein wenig Klargesang ein. Dieser bleibt weiterhin die absolute Ausnahme, sorgt in Verbindung mit Jones‘ derben Screams allerdings für gewisse Metalcore-Vibes, die gemeinsam mit dem angethrashten Groove prima harmonieren. Dezente Erinnerungen an Machine Head zu „The Blackening“-Zeiten werden wach. „Exist“ verschiebt das Geschehen hingegen stärker in Richtung Hardcore, erhöht gelegentlich die Schlagzahl und strahlt zudem pure Bosheit aus.

Pointierte Unvorhersehbarkeit liefert explosive Resultate. Im Titelsong „Conquering“ peitschen sich Employed To Serve gegenseitig an. Heisere Wut trifft auf wütendes, furioses Geballer, das gelegentlich mit dem Post-Präfix flirtet und in den richtigen Momenten reinste Brutalität auspackt. Davon trägt „Universal Chokehold“ mehr als genug in sich, wirkt technisch anspruchsvoll und bemüht dennoch eine Art melodische Auflösung, welche die Brücke von Mathcore zu Metalcore schlägt und dann ein klassisches Metal-Solo durchdrückt. Für „Sun Up To Sun Down“ fährt das Quintett die Groove-Anteile weiter in die Höhe, begleitet von kaputten Riffs. Abschließend deutet „Stand Alone“ eine düstere Ballade an, aus der sich schnell eine weitere Monstrosität zwischen bleierner Schwere und Angriffslust entwickelt.

Employed To Serve sind stets für Überraschungen gut, und diese Platte stellt dies abermals unter Beweis. „Conquering“ ist das bislang explosivste und ausgeglichenste Werk einer Band, deren schroffe Kompromisslosigkeit nunmehr tatsächlich ins Ohr geht. Metalcore, Groove Metal, beißender Hardcore, wüstende Math- und Grind-Anteile sowie angethrashte Finsternis kollidieren mit einer kräftigen Portion Hooks. Zugleich bleibt der Sound wunderbar komplex mit einem Händchen für das Unvorhersehbare. Einmal mehr häuten sich Employed To Serve etwas und schaffen damit den nächsten Volltreffer.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.09.2021
Erhältlich über: Spinefarm Records (Universal Music)

Facebook: www.facebook.com/employedtoserve

Slider-Pic (c) Andy Ford

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Category: Magazin, Reviews

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