Starified – Fat Hits

| 12. Januar 2021 | 0 Comments
Starified

(c) Ilya Benton

Starified begannen ihre Karriere als groovendes Rock-Quintett mit Faible für Vintage-Klänge, doch nach dem ersten gemeinsamen Album zerbröselte das Line-up. Einzig Gitarrist Yuriy Berezovik und Bassist Dmitry Shurpakov blieben übrig, für Gesang und Schlagzeug wurde Vadim Ambartsumian rekrutiert. Der Neustart in Form von „Feathers“ gelang, nun ist das Trio aus Moskau bei den Retro-Heavy-Hittern Ripple Music unter Vertrag. „Fat Hits“ bewegt sich deutlich in den 90er Jahren und zeigt sich von so unterschiedlichen Bands wie Foo Fighters, Orange Goblin und Led Zeppelin inspiriert.

Wuchtige Riffs, verschwitzter Groove und röhrende, beißende Vocals mit – ja, tatsächlich! – Grohl’schem Einschlag treiben diese Platte voran. „Scapegoat“ eröffnet mit einer Mischung aus 90s-Alternative und dicken Stoner-Riffs, wirkt zugleich monolithisch und tanzbar. Im Herzen der Entschleunigung treten Schweißperlen auf die Stirn, der Track wird in der zweiten Hälfte immer voluminöser. „Don Loco“ knüpft ganz locker daran an und bringt zwischendurch kurioses Crossover-Gejodel ein. Das dauert nur wenige Sekunden und wirkt gemeinsam mit dem druckvollen Breakdown gleichermaßen altbacken wie mitreißend – wie Kontrust mit leicht doomigem Grunge-Einschlag, wenn man so will.

Der Spaß an eingängigen Melodien und dicken Gitarrenwänden ist in jeder Sekunde greifbar. Während „Wider Lane“ die Angelegenheit in unter drei Minuten sehr kompakt abfrühstückt, dehnt „Pick A Fight“ die wohlige Schwerfälligkeit der Russen auf Beinahe-Überlänge aus. Eine gewisse Nähe zu Soundgarden und Alice In Chains lässt sich nicht von der Hand weisen, während der Refrain vergleichsweise sonnig und stimmungsvoll ist. An anderer Stelle verneigt sich „An Ode To Tenacious D“ vor einem echten Power-Duo und bringt sogar dezente 80s-Vibes mit, bevor der Rausschmeißer „Same Old River“ einen Hauch von Radiotauglichkeit in kurzweilige, eingängige Vintage-Stomper-Gewänder kleidet.

„Fat Hits“ macht gute Laune und wütet in herrlich klassischen Gefilden, ohne dabei altbacken zu klinge. Bratender Groove, treibende Riffs und eine auf angenehme Weise omnipräsente Düsternis begleiten ein von der ersten bis zur letzten Sekunde besonders kurzweiliges Album. Starified schreiben, ganz dem Titel entsprechend, fette Hits und sollten in dieser bestechenden Form schon bald durch die Decke gehen. Sobald es wieder ordentliche Rock-Partys gibt, darf „Fat Hits“ auf keinen Fall fehlen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 15.01.2021
Erhältlich über: Ripple Music

Facebook: www.facebook.com/starifiedband

Slider-Pic (c) Ilya Benton

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Category: Magazin, Reviews

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