Kontrust – Explositive

| 6. November 2014 | 0 Comments

Kontrust

Längst sind Kontrust zur Fixgröße der heimischen Musikszene gereift und beweisen grenzüberschreitend – nicht zuletzt in der zweiten Heimat Polen -dass Crossover nicht kleinzukriegen ist. Millionen an Klicks für ausgefallene Videos, ein Auftritt vor 300.000 Zusehern und zuletzt die Top-25-Platzierung für „Second Hand Wonderland“ sprechen eine eindeutige Sprache. Gestärkt von ausladenden Live-Aktivitäten und einer Fülle an Hits versucht das neue Album „Explositive“ an derlei Höhenflüge anzuknüpfen.

Auf dem vierten Album hat die österreichisch-polnische Allianz ein wenig zu kämpfen, zumal sich die Hits erst mit gewissen Anlaufschwierigkeiten erschließen. „Dance“ macht als Opener mit seiner durchaus erprobten Mischung aus folkloristischen Elementen und tiefer gestimmten Gitarren einiges her, dazu kommt ein gewohnt entfesselter Refrain – bedingt originell, wohl aber unterhaltsam. „Why“ ist der typische No-Brainer zwischendurch mit hektischem Sprechgesang, Sample-Oddity und nicht minder schräger Gesangsmelodie. Im Anschluss zieht es „Just Propaganda“ sogar gen Radio. Als kleiner Bruder von „The Butterfly Defect“ fehlt zwar dieses Mal der hymnische (D)Effekt, dafür werden Percussion und smarte Synthis mit unwiderstehlichem Pop-Appeal vermengt – eine verdiente Single.

Stellenweise stoßen Kontrust an ihre Grenzen. „Bulldozer“ ist selbst für Bandverhältnisse zu abgedreht, „This Is My Show“ rettet sich durch einen passablen Refrain vor der Klischeefalle und auch „Cosmic Girls“ ist viel zu anstregend, um sich damit weiter beschäftigen zu wollen. Aufgewogen werden diese Durchhänger nur bedingt. Zu den interessantesten Tracks der Bandgeschichte, weil irgendwie anders und doch zu Kontrust passend, gestaltet sich „Play!“. Getragenes Tempo, schwelende Linkin Park-Elektronik im Refrain, melancholische Untertöne und monströser Groove – eine unterhaltsame Dampfwalze, eines der Highlights dieser Platte.

Insgesamt bleibt das Sextett auf „Explositive“ ein wenig hinter den Erwartungen zurück. Gewisse Strukturen vergangener Großtaten wiederholen sich gar offensichtlich, die Nonsens-Tracks sind schon mal zu sperrig für wiederholten Genuss. Mit einer Reihe an Hits – allen voran „Just Propaganda“ und „Play! – kriegen Kontrust die Kurve, auch wenn die Crossover-Heroen erstmals mit einem kleineren Rückschritt zu kämpfen haben. Die nächste Tour wird die leicht schiefe Optik aber gewohnt souverän geraderücken. Bereits am 7. November geht es mit einem Release-Gig in der ((szene)) Wien los.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 07.11.2014
Erhätlich über: Napalm Records (Universal Music)

Website: www.kontrust.info
Facebook: www.facebook.com/kontrust

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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