Sons Of Otis – Isolation

| 13. Oktober 2020 | 0 Comments
Sons Of Otis

(c) Totem Cat Records

Obwohl – oder vielleicht gerade weil – sie oftmals schwer greifbar scheinen, haben Sons Of Otis mittlerweile fast so etwas wie Legendenstatus inne. Das kanadische Trio gibt es zwar bereits seit den frühen 90ern, die Veröffentlichungen halten sich dafür im übersichtlichen Bereich, nicht zuletzt aufgrund personeller Probleme und zahlreicher Labelwechsel zu Beginn. Tatsächlich datiert das letzte Studioalbum aus dem Jahr 2012, dazwischen gab es immerhin eine kleine Live-Platte. Und doch hat die Stoner-Psych-Doom-Formation den perfekten Titel für diese Zeit gefunden: „Isolation“.

Sechs überlange Kapitel breiten ihre infernalen Schwingen aus, und das eröffenende „Hopeless“ macht nicht nur namentlich vor, wohin die fatalistisch angehauchte Reise geht. Ein wenig Vorgeplänkel ist schnell überwunden, schon bauen sich monolithische Wände auf. Ken Balukes eigenwillige Vocals – oft einem Knurren und verzweifelten Schreien nahe, dennoch irgendwie halb gesungen – verleihen dem Geschehen eine zusätzliche martialische Note. Es wird druckvoll und doch statisch, Variationen braucht es bis zum ausgedehnten Zusammensacken nicht. Und das passt tatsächlich prima.

Sons Of Otis rein auf bratende Stoner-Doom-Intensität festzumachen, würde den Kanadiern nicht gerecht werden. So setzt „Blood Moon“ beispielsweise auf brutalste Entschleunigung mit mörderischer Distortion und gewaltigem Lärmaufkommen. Hingegen bringt „Trust“ beinahe so etwas wie frischen Wind rein, zieht das Tempo zwischenzeitlich an und wirkt in seiner ausgedehnten Fast-Psych-Wand für Bandverhältnisse ein wenig punkig. Im abschließenden „Theme II“ werden sämtliche Regler auf Elf gedreht. Noisige Entfremdung, Grabesstimmung und gequälte Effekte begleiten Anti-Funeral-Doom in Reinkultur.

„Isolation“ ist unbequem mit Methode und gerade deswegen stylisch. Die durchaus abstoßende Präsentation, in den richtigen Momenten mit manischer Energie und packenden Riffs kombiniert, ist freilich nichts für schwache Nerven. Bevorzugt bauen die Kanadier dicke, undurchdringbare Wände auf und lassen diese im Zeitlupentempo näherrücken. Die Katastrophe ist unausweichlich, man lässt sich dennoch darauf ein. Was ein Angriff auf alle Sinne.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.10.2020
Erhältlich über: Totem Cat Records

Facebook: www.facebook.com/sonsofotis

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Category: Magazin, Reviews

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