Hexvessel – Kindred

| 14. April 2020 | 0 Comments
Hexvessel

(c) Saara Kujansuu

Als Mat McNerney aka Kvohst vor über einem Jahrzehnt nach Finnland zog, rief er Hexvessel ins Leben und widmete sich folkig-psychedelischen Klängen der düsteren Sorte. Wenig später folgten Beastmilk, welche zu Grave Pleasures mutierten und mit ihrem apokalyptischen Post Punk durch die Decke gingen. Und doch blieb immer wieder Zeit für die erste finnische Liebe, die zehn Jahre nach dem Debüt nun wieder bei Svart Records landet. „Kindred“ spielt mit vertrauter Noir-Atmosphäre und einer mittlerweile obligatorischen, okkulten Note.

Zu den Lead-Tracks zählt „Demian“, eine kleine Verneigung vor dem Werk Hermann Hesses. Die Abhandlung über die Öffnung des Unterbewusstseins zur vollen Ausschöpfung des eigenen Potentials trifft auf bleierne, bluesige Schwere. McNerney wechselt zwischendurch in etwas höhere Register, die an seine anderen Bands erinnern, zudem könnte man sich den Track prima in einem metallischen Outfit vorstellen. Zittrige Heavyness trifft auf reduzierte Urgewalt und ein unwahrscheinlich feines Gitarrensolo. Im direkten Anschluss verkehrt „Fire Of The Mind“ (im Original von Coil) das Gehörte ins Gegenteil und wirkt mit seiner schleppenden Präsentation wie ein kleines Anti-Spiritual.

Überhaupt entpuppt sich „Kindred“ als musikalische Schatztruhe mit so mancher Kuriosität. Die bedrohliche Intensität von „Phaedra“ lässt Angst und Schrecken durch Mark und Bein fahren, zudem erinnern die Vocals an Lou Reed. Das zerfahrene E-Solo am Höhepunkt lässt wohlige Schauer über den Rücken laufen. „Billion Year Old Being“ entdeckt hingegen das XXL-Format für sich und erweist sich als lautester Exkurs dieser Platte. Ellenlange Psychedelic-Jams und warme 70s-Prog-Noten klopfen mal eben bei jüngeren Opeth an. Dort hat es sich das gemächliche, emotional aufgeladene „Magical And Damned“ schon längst gemütlich gemacht.

Natürlich lässt „Kindred“ diverse Querverweise auf McNerneys andere Betätigungsfelder zu und passt prima zu seinen jüngsten Gastauftritten bei Me And That Man. Dennoch bleibt das Dark-Folk-Kollektiv eine im besten Sinne eigenständige Entität. Auf dem neuen Exkurs schließt sich der Kreis, nicht nur aufgrund des Label-Comebacks. „Kindred“ ist eine von vorne bis hinten runde Sache, überaus intensiv und aufwühlend, düster und schaurig-schön.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.04.2020
Erhältlich über: Svart Records (Membran)

Website: www.hexvessel.com
Facebook: www.facebook.com/hexvessel

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Category: Magazin, Reviews

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