The Ditch And The Delta – The Ditch And The Delta

| 13. April 2020 | 0 Comments
The Ditch And The Delta

(c) Prosthetic Records

In der Urzeit bedeckte ein mittlerweile verschwundener See das Becken von Bonneville im US-Bundesstaat Utah. The Ditch And The Delta klingen exakt so – schwer, tödlich, bleiern und auf gewisse Weise ungreifbar. Der Sludge des Trios ist alles, nur nicht behäbig oder gar langweilig. Mit einem neuen Schlagzeuger an Bord widmet sich der schlicht „The Ditch And The Delta“ betitelte Zweitling absoluter Depression und Verzweiflung, von seltenen Momenten emotionaler Klarheit begleitet. Wohl bekomm’s.

Für das US-Trio geht es darum zu zeigen, dass Sludge heavy und zugleich technisch anspruchsvoll sein kann. Genau das macht „Molt“ vor. Während das änfängliche Riff mit Psychoterror flirtet, ergibt sich nach den ersten kehligen Vocals ein überaus differenziertes Bild. Polyrhythmik, bärbeißige Gitarrenwände, die wuchtige Rhythmusabteilung und konstante Unruhe machen sich breit. Diese Hibbeligkeit kennt auch der Opener „Maimed“, wenngleich auf andere Weise. Hier fallen The Ditch And The Delta sozusagen mit der Tür ins Haus, deuten den Vollsprint an, ohne diese Drohung wahrzumachen, und punkten stattdessen mit purer Intensität.

In dieser Gangart gestaltet sich auch der Rest der Platte, die eingangs erwähnten Momente der Klarheit bleiben die Ausnahme. Vielleicht lässt „Bleed The Sun“ einen Hauch an Harmonie durchschimmern, zwischen monolithische Druckphasen gequetscht. Schließlich breitet „Tectonic Selves“ beinahe progressive Flügel aus und dockt bei Mastodon an. Tatsächlich bleibt dieser Ansatz hängen, weil The Ditch And The Delta die feinste Prise Melodie mit abgefuckten Gitarrenläufen, purer Brutalität und Sehnsucht vermischen. Das klingt nach Aufbruchsstimmung, nach frischen Ideen für die Zukunft.

Noch befindet man sich jedoch in der Gegenwart, und da trumpfen The Ditch And The Delta mit ihrem zweiten Studioalbum so richtig auf. Ihr Sludge ist viel mehr als nur das, ist komplex und unnahbar, einnehmend und brachial, ausschweifend und verkappt harmonisch – ein mehrköpfiges, tiefgründiges Wunderwerk mit ungeahntem Potenzial. Und genau das lassen die Herren aus Utah immer wieder aufblitzen. Mit neuem Schlagzeuger und mehr technischer Brillanz im Songwriting greift das Trio erstmals ein wenig nach den Sternen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.04.2020
Erhältlich über: Prosthetic Records

Facebook: www.facebook.com/theditchandthedeltaslc

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Category: Magazin, Reviews

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