Abysmal Dawn – Phylogenesis

| 15. April 2020 | 0 Comments
Abysmal Dawn

(c) Rodrigo Fredes

Sechs Jahre zwischen zwei Alben sind eine lange Zeit. Das wissen auch Abysmal Dawn. Ruhig war es um die US-Amerikaner allerdings keineswegs, denn neben vier Nordamerika-Tourneen ging es erstmals nach Europa und Südamerika. Zudem fanden mittlerweile fast schon obligatorische Line-up-Umwälzungen (neuer Gitarrist, neuer Schlagzeuger) statt. Und doch macht das Death-Metal-Powerhouse um Mastermind Charles Elliott unbeirrt weiter. Auf „Phylogenesis“ finden einmal mehr die alte, die melodische und die technische Genre-Schule zusammen.

Überraschungen bleiben aus, dafür reißt die Intensität, die schiere Wucht dieses Albums sofort mit. „The Path Of The Totalitarian“ bringt den Wahnsinn des US-Quartetts auf den Punkt, denn neben technischer Brachialgewalt und atemberaubendem Tempo drängt stets eine gewisse Old-School-Wucht an die Oberfläche, nur um von kleineren Melodieflächen abgelöst zu werden – einfach, aber effektiv. Weitestgehend klassischen Schwedentod serviert „True To The Blind“, das weitestgehend bereits vor 20 bis 30 Jahren funktioniert hätte. Die Neuzugänge machen sich hörbar gut, hinsichtlich Präzision spielen Abysmal Dawn nun in einer anderen Liga.

In diese halbwegs klassische Kategorie fällt auch „Soul-Sick Nation“. Wütende Old-School-Energie, von Unleashed- und Firespawn-Gitarrist Fredrik Folkare sägend begleitet, fährt durch Mark und Bein, nimmt sogar einen Hauch Entombed mit. Im Gegensatz dazu überholt sich der Opener „Mundane Existence“ selbst und verarbeitet Befindlichkeiten zu kleinen und kleinsten Hackschnitzeln. Der mächtige Midtempo-Part von „A Speck In The Fabric Of Eternity“ will ebenfalls nicht unerwähnt bleiben.

Was Abysmal Dawn auf „Phylogenesis“ abziehen, ist freilich nicht neu, wohl aber kurzweilig und besser als je zuvor. Graduelle Eskalation schraubt den Härte- und Intensitätsgrad kontinuierlich in die Höhe, der Druck steigt deutlich und bemüht sich um rohen Wahnsinn, ohne dabei die Old-School-Grenzen zu verlassen. Nach ihrer XXL-Studiopause kehren die US-Amerikaner mit einem gewohnt kaputten Nackenschlag zurück, der abermals alles kann und macht – Death Metal für fast jeden Geschmack.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.04.2020
Erhältlich über: Season of Mist (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/AbysmalDawn

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Category: Magazin, Reviews

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