Swan Valley Heights – The Heavy Seed

| 2. September 2019 | 0 Comments
Swan Valley Heights

(c) Fuzzorama Records

Seltsamer Name, spannender Sound: Unter Swan Valley Heights kann man sich allerlei vorstellen, muss man aber nicht. Das Trio aus München und Berlin lässt viel lieber die Musik für sich sprechen, und das hat Methode. Stoner-Riffs, psychedelische Klangwände, Space Rock und Fuzz laden auf nicht enden wollende Trips ein. Kein Wunder, dass Fuzzorama bereits zugeschlagen hat und nun das passend betitelte zweite Album „The Heavy Seed“ auf den Weg bringt.

Ihr Husarenstück platzieren die deutschen Nachbarn gleich zu Beginn. Der Titelsong „The Heavy Seed“ erstreckt sich über 13 Minuten und mutiert schnell zur Geduldsprobe. Kann so ein XXL-Track funktionieren? Natürlich, zumal er mit seiner angenehm eigentümlichen Aura auch gleich den weiteren Weg vorgibt. Geschickt wechseln sich ruhige, zart mäandernde Passagen und wütende Stromgitarren-Attacken ab, dezente Synthie- und Effekt-Einflüsse, bissige Space-Flächen und ein exzellentes falsches Ende begleiten durch ein Epos live aus der Westentasche. Da kann – und darf – man schon mal ins Schwärmen geraten.

Der wahnwitzige Sound des Trios aus dem Schwanental treibt kuriose Blüten, wie „My First Knife Fight“. In nur drei Minuten – quasi der Punk-Track des Albums – drücken Swan Valley Heights mit dicken Gitarrenwänden und furiosem Auftreten an die Wand, während sich „Vaporizer Woman“ in mehreren kleinen Soli und Riff-Variationen verliert. Gesang wird nur selten und pointiert eingesetzt, spielt in „Take A Swim In God’s Washing Machine“ zumindest stellenweise eine zentrale Rolle. Geradezu proggige Anwandlungen und ein Hauch von Kraut führen durch die zweite Hälfte. Schließlich und endlich kollidiert alles in „Teeth & Waves“, dem sich mehrfach entladenden Rausschmeißer mit Desert-Idylle und fuzziger Aggression.

Und so reisen Swan Valley Heights ein weiteres Mal durch Space und Zeit mit einer Platte, die einfach nicht zu wachsen aufhören will. Bei jedem Durchlauf legt „The Heavy Seed“ neue Feinheiten und Details offen, reizt mit spannenden Erkenntnissen und durchaus unerwarteten Wendungen. Klar, die spacig-fuzzige Stoner-Psych-Formel mag schnell entschlüsselt sein, dank hochspannender Variationen und überschäumender Kreativität kommt man von diesem Kleinod in idealer Vinyl-Länge aber nicht so schnell los. Will man auch nicht.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.09.2019
Erhältlich über: Fuzzorama Records (Soulfood Music)

Website: www.swanvalleyheights.com
Facebook: www.facebook.com/swanvalleyheights

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Category: Magazin, Reviews

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