Sinners Bleed – Absolution

| 20. Mai 2019 | 0 Comments
Sinners Bleed

(c) War Anthem Records

Das zweite Album von Sinners Bleed als schwere Geburt zu bezeichnen, würde den letzten 16 (!) Jahren nicht gerecht werden. Tatsächlich vergingen mehr als eineinhalb Jahrzehnte seit dem Release des Debüts „From Womb To Tomb“, bedingt durch Umstellungen im Line-up und sich ändernde private Prioritäten. Die Band lag zwischenzeitlich mehrere Jahre auf Eis, auch nach Wiedervereinigung brachen die Berliner nichts übers Knie. „Absolution“ knüpft nun tatsächlich souverän an den Einstand an und liefert schroffen, wilden Death Metal mit leichter Thrash-Schlagseite.

Erinnerungen an Lay Down Rotten und ähnliche, teils leider schon verblichene Zeitgenossen werden immer wieder wach. Eine Monstrosität wie „Dawn Of Infinity“ wirkt im besten Sinne wie aus der Zeit gefallen. Von der ersten Sekunde an schnellt das Tempo in die Höhe, bekömmliche Brachialgewalt trifft auf gutturale Growls und präzise gerittene Attacken. Infernale Melodik, ein Hauch von Thrash-Riffing und sogar der eine oder andere kurze Groove-Abschnitt lehren das Fürchten. Dass der anschließende Titelsong „Absolution“ das Tempo komplett herausnimmt und mit seiner unorthodoxen Struktur sogar einen Hauch von Death’n’Doom Einzug halten lässt, passt ins Bild.

Rasiermesserscharfe Nackenbrecher sind dennoch die Spezialität der Berliner. „Age Of The Crow“ schraubt die Drehzahl nach einem kurzen Intro in höchste Höhen, wirkt angenehm ranzig und ungestüm. Kleine Solo-Abschnitte, kurze Tempoverschleppung und wütende Sprints wissen zu unterhalten. Ähnliches gilt für „Obedience“, ein weiteres intensives Stück Musik mit viel Druck. Der ausgedehente, bleierne Midtempo-Teil kommt gut, das Gitarrensolo drängt hingegen in verhalten thrashige Gefilde. In „Devouring Hatred“ gesellt sich sogar ein Hauch von Tech- und Brutal-Death in den wilden Mix.

Natürlich sind die vergangenen 16 Jahre nicht spurlos an Sinners Bleed vorübergegangen. Ihr Sound wirkt insgesamt druckvoller, präziser, ausgewogener. Die Berliner sind als Songwriter hörbar gewachsen, bauen ihre Spannungsbögen geschickter auf und verstehen es prima, Brechstange, Zementmischer und Bleigießen zu packenden Arrangements zu vermischen. „Absolution“ wildert durch mehrere Jahrzehnte Death Metal, wagt den Seitenblick auf verwandte Genres und hat hörbar Spaß am Chaos. Willkommen zurück.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.05.2019
Erhältlich über: War Anthem Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/SinnersBleedBand

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Category: Magazin, Reviews

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