Lay Down Rotten – Deathspell Catharsis

| 21. Januar 2014 | 0 Comments

Lay Down Rotten

Lay Down Rotten sind die Duracell-Hasen unter den deutschen Death Metal-Bands – sie laufen und laufen und laufen und laufen. Erst vor zwei Jahren veröffentlichte das Quintett mit „Mask Of Malice“ das achte Studioalbum seit 2000 und konnte damit den Abgang von Gitarrist Daniel Jakobi locker kaschieren. Mittlerweile sind die Deutschen bei Apostasy Records unterkommen und lärmen unbeirrt weiter. „Deathspell Catharsis“ vereint sämtliche Vorzüge der letzten Platten und lässt im Brutalosektor keinerlei qualitative Einbußen erkennen.

Eine der großen Schwächen des Vorgängers wird gleich zu Beginn getilgt: „Cassandras Haunting“ eröffnet das Album mit einem echten Hit, auch wenn dieser erst über Umwege funktioniert. Diese sieben Minuten lange Hymne vereint all das, was Lay Down Rotten stark macht. Toxische Florida-Grooves treffen auf sägende Old School-Gitarren, ungefilterte Brutal-Attacken duellieren sich mit schwedischer Melodik. Aufgesetzt wirkt hier nichts, einzig die Drums können einmal mehr nicht ganz mithalten, wirken im Vergleich zu den üblichen Instrumenten etwas platt.

Macht nichts, denken sich Lay Down Rotten, und feuern eine Reihe an starken Tracks in den nächsten Circlepit. „Zombiefied Electrified“ steht stellvertretend für die dezente Nähe zu Legion Of The Damned-Thrash und das Faible für US-Brutalität, während die unwiderstehliche Melodik von „Deathspell Catharsis“ Fans skandinavischer Klänge überzeugen dürfte. Selbst rockiger Todesstahl ist in Form von „Blood On Wooden Crosses“ vertreten. Dass sich das Album trotz starker Songs zieht, liegt an zähen Ausritten wie „Schaedelberg“ und „Blasphemous Rituals For The Perverted Flesh“, die mit generischen Riffs, unnötig ausladendem Songwriting und, in ersterem Fall, aufgesetzt wirkenden deutschen Growls zu kämpfen haben – eine Sprache, die Jost Kleinerts Vokal-Rhythmik alles andere als dienlich ist.

Hits satt, dafür verlorener Überblick – auch „Deathspell Catharsis“ ist längst kein perfektes Album. Lay Down Rotten sind jedoch routiniert genug, um sich davon herzlich wenig beeindrucken zu lassen. Wie ein präzises Schweizer Uhrwerk sondern sie ihre martialischen Todesblei-Riffs ab, gewohnt hart, gewohnt abwechlungsreich. Auf das Quintett aus Herborn ist und bleibt Verlass, mit „Cassandras Haunting“ haben die Verwesten überdies eine waschechte Genre-Hymne am Start.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.01.2014
Erhätlich über: Apostasy Records (Edel Music Distribution)

Website: www.laydownrotten.com
Facebook: www.facebook.com/laydownrotten

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Category: Magazin, Reviews

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