Mastiff – Plague

| 28. Januar 2019 | 0 Comments
Mastiff

(c) APF Records

Ein wenig Zerstörungswut, so scheint es, ist nie verkehrt. Mastiff kommen aus Kingston Upon Hull – eine elendige, triste Stadt, wie sie selbst finden – und spielen den passenden Soundtrack dazu: Sludge, Grindcore und doomiger, tiefschwarzer Hardcore. Ihr zweites Studioalbum „Plague“ nahmen sie im brütend heißen Sommer 2018 in einem kleinen Studio auf, und genau diese Mischung aus Schweiß, Dreck und purem Elend hört man den acht Songs auch an.

„Hellcircle“ lässt sich eine gute Minute Zeit, um das instrumentale Chaos zu sortieren und im Vollsprint durch die Landschaft zu preschen. Was sich anfangs noch in wilden Hardcore-Attacken ergeht, ergibt schnell ein deutlich differenzierteres Bild mit zähen Riffs, verschlepptem Tempo und komplettem Abgleiten in annähernd doomige Gefilde. Selbst im kurzen, kaum die Ein-Minuten-Marke überschreitenden „Brainbleed“ geht es nicht ohne urplötzliches Herausnehmen des Vollsprints zugunsten schwerfälliger, angenehm behäbiger Action.

Am besten sind Mastiff dann, wenn sie diese beiden Klangwelten ineinander verweben. Das gelingt beispielsweise prima in „Weep“, dessen wütende Sludgecore-Wand immer wieder durchkommt, oder „Bubonic“, das scheinbar binnen Sekunden von Stakkato-Attacken zum infernalen Groove umschlägt – ein im besten Sinne martialisches Erlebnis. Und dann ist da noch der Rausschmeißer „Black Death“, in einem einzigen Take eingespielt. Das neunminütige Monstrum lässt jegliche Sprint-Affinität hinter sich und widmet sich hingegen der noisigen Seite des Sludge. Buzzov*en lassen grüßen.

Was für eine hässliche Platte. Aber auch: Was für ein Gewinn. In bester Seeker-Manier, vielleicht sogar noch einen Hauch extremer, tanken sich Mastiff durch diese acht neuen Songs, denen ihre im wahrsten Sinne des Wortes ‚heiße‘ Entstehungsphase in jeder Sekunde anzuhören ist. „Plague“ macht seinem Namen alle Ehre, wirkt noch brachialer, schneller und kompromissloser als das Debüt. Für schwache Nerven ist dieses von vorne bis hinten eindrucksvolle Machwerk jedenfalls nicht geeignet.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.02.2019
Erhältlich über: APF Records (UK-Import)

Facebook: www.facebook.com/mastiffhchc

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Category: Magazin, Reviews

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