Seeker – Unloved

| 30. Oktober 2013 | 0 Comments

Seeker

Es ist wieder einmal Hackschnitzel-Zeit im Hause Victory Records: Seeker erhoben sich aus der Asche diverser texanischer Bands im Herbst 2011, brauchten aber ein ganzes Jahr, um ein stabiles Lineup (konkret: eine funktionierende Rhythmusabteilung) zu finden. Seither spielte man unter anderem mit Whitechapel und Impending Doom, während man einen fiesen Sound perfektionierte, der irgendwo zwischen Metalcore-Anfängen, Noise und Death Metal angesiedelt ist. Auf die holde Weiblichkeit wirkt dies offensichtlich abstoßend, wie „Unloved“, der Titel des Debütalbums, vermuten lässt.

Gefangene nimmt man keine, Zeit hat man sowieso nicht zu verlieren. Ohne große Umschweife legen die Texaner mit „Alone“ den Schalter um und fahren über den Core-Ballermann wie ein überdimensionaler Meth-Bagger. Die schräge, hektische Gitarrenarbeit ist atemberaubend, nimmt gelegentlich Math-Gestalt und Elektro-Wahnsinn an, ohne jemals in die Welt von Bits und Bleeps zu wechseln. Stattdessen zerbrüllt Bryce Lucien alles, was sich ihm in den Weg stellt, während die Rhythmusabteilung den Leibhaftigen heraufbeschwört. So schnell kann brutal sein, kleines Groove-Breakdown inklusive.

Ein wenig Sludge und Noisecore darf es zwischendurch schon mal sein, wobei gerade im etwas längeren Rausschmeißer „Escape“ zähe Doom-Wolken aufziehen. Über vier Minuten dauert dieses Slowfood-Inferno, brachial dargeboten, von flirrenden Gitarren und einer Prise Offbeat regelrecht zersetzt. Davor ballern sich Seeker durch die Landschaft, werden mal langsamer („Unloved“), noch härter („She“) und entdecken schließlich eine Art Thrashcore-Geheimformel („Salvation“).

Vor allem ist das Album mit 28 Minuten Spielzeit kurz geraten, was jedoch nicht stört. Mehr hätte man, so ehrlich muss man sein, nicht ausgehalten. Dafür ist „Unloved“ zu kaputt, zu direkt, zu brutal – keineswegs schlechte Eigenschaften, ganz im Gegenteil. Die vier Texaner zerlegen methodisch alles, was sich ihnen in den Weg stellt, wobei vor allem die kathartische Psychoterror-Gitarrenarbeit, die oftmals Groove-Breakdowns galore einleitet, vom Feinsten ist. Seeker reiten bekleidet auf einer überdimensionaler Abrissbirne und zerlegen hoffentlich bald auch heimische Bühnen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.11.2013
Erhätlich über: Victory Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/seekertx

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Category: Magazin, Reviews

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