Ithaca – The Language Of Injury

| 30. Januar 2019 | 0 Comments
Ithaca

(c) Ben Gibson

Ein wenig Brachialgewalt hat noch nie geschadet, zumindest auf musikalischer Ebene. Die Metallic-Hardcore-Newcomer Ithaca lassen aktuell ihren wuchtigen Sound auf den Rest der Welt los. Das Londoner Quintett wirft ein wenig Math, Doom, Blackenend Hardcore und Post-Something in den großen Topf, nur um wild darauf herumzustampfen. Herausgekommen ist dabei „The Language Of Injury“, ihr bei Holy Roar prächtig aufgehobener Erstling.

Von der ersten Sekunde an regiert semi-geordnetes Chaos, und das ist auch gut so. „New Covenant“ stolpert ein wenig in das Album hinein mit seinen aufheulenden Gitarren und marschierenden Drums, erinnert dann erst einmal an frühe Converge. Punktuelle Wutausbrüche, schroffes Sperrfeuer und kurze Zäsuren lassen den Opener mehr wie ein Sammelsurium von Ideen als wie ein tatsächlicher Song wirken. „Impulse Crush“ korrigiert die leicht schiefe Optik allerdings schnell mit wütenden Spitzen, kurzen Vollsprints, ordentlich Noise und chaotischem 90s-Geballer der alten Schule.

Es bleibt aber keinesfalls ausschließlich bei diesem Wahnsinn: Der Titelsong „The Language Of Injury“ gibt sich zunächst zwar ebenfalls breitbeinig und ruppig, lässt jedoch einen annähernd eingängigen Refrain mit einem Hauch von Frauengesang vom Stapel – eigentlich ein kompletter Widerspruch zum bisher Gehörten, aber vielleicht gerade deswegen so gut. „Gilt“ bringt etwas Flüstern und einen Hauch Post-Hardcore aufs Parkett, „Clsr.“ unterhält ebenfalls mit weit offenen Strukturen, während „Secretspace“ und „Slow Negative Order“ den Bogen zu Alternative Rock, Jazzcore und Math Rock spannen, ohne dass auch nur eine einzige Sekunde erzwungen wirkt.

Vielleicht mag „The Language Of Injury“ kein Album für Feinmechaniker sein, aber das ist letztlich auch egal. Abgesehen vom leicht stotternden Auftakt packen Ithaca in einer guten halben Stunde reihenweise Nacken- und Wellenbrecher der besonders komplexen Art aus. Brachialgewalt und Brechstange treffen auf komplexe, geschickt ausgetüfelte Arrangements und gezieltes Umdenken rund um Ecken und Kanten. Für die Briten ist es ein mehr als kurzweiliger Einstand, der immer größer und größer zu werden scheint – eine angehende Monstrosität, wenn man so will.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.02.2019
Erhältlich über: Holy Roar Records (AL!VE)

Facebook: www.facebook.com/IthacaUK

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Category: Magazin, Reviews

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