Dust Bolt – Trapped In Chaos

| 14. Januar 2019 | 0 Comments
Dust Bolt

(c) Niklas Niessner

Wie wahrscheinlich ist es, einem Genre über 35 Jahre nach dessen Urknall noch frische Akzente verpassen zu können? Thrash Metal, so scheint es, war immer schon da. Mit Innovationen darf man nicht unbedingt rechnen und doch wagen sich immer wieder Bands in derlei Gefilde vor. So auch Dust Bolt, die bereits reihenweise gutklassige bis starke Platten hingelegt, hörbare Bay Area-Einflüsse inklusive. Auf „Trapped In Chaos“ wagt sich das bayrische Quartett weiter hinaus denn je.

Bereits die ersten Noten von „The Fourth Strike“ machen klar, wohin die Reise geht: in traditionelle Sphären, natürlich volle Kraft voraus. Der atemlose Opener setzt auf eine gesunde Mischung aus Präzision und Spielfreude, der gesungene Refrain brennt sich binnen Sekunden ein – alles richtig gemacht. Ähnliches gilt für „Dead Inside“. Hier regiert der Groove und führt über weite Strecken in Midtempo-Gefilde. Bleierne Schwere trifft Gummitwist, seltene Wutausbrüche schaffen frische, mitreißende Akzente.

Wie stark Dust Bolt 2019 tatsächlich aufgestellt sind, zeigt sich mit fortgeschrittener Spielzeit. Eine Blendgranate wie „Killing Time“ funktioniert immer, weil die bayrischen Nachbarn hier etwas über zwei Minuten lang purer Thrash-Power frönen. Zudem setzt sie den perfekten Gegenpol zum ausladenden „Bloody Rain“. Diese Hymne mit epischen Anwandlungen offenbart deutliche Fortschritte im Songwriting, selbst für ein paar Growls bleibt Platz. Der Rausschmeißer „Another Day In Hell“ überrascht schließlich vollkommen. Hier wagt sich das Quartett an die Königsdisziplin Thrash-Ballade. Bluesige Untertöne, ja sogar ein waschechtes Sabbath-Riff begleiten das Geschehen. Meisterhafte Gitarrenarbeit und pure Wut in der letzten Minute bekommen diesem Epos verdammt gut.

Nagelprobe geglückt: Dust Bolt sind nun endgültig im Konzert der Großen angekommen. Auf „Trapped In Chaos“ verfestigen sie zunächst Vertrautes mit wachsender Begeisterung, lassen noch mehr Kreator-Riffing in den Bay Area-Mix einfließen, nur um das Geschehen mit einer königlichen Ballade zu krönen. Klar, von einer Thrash-Frischzellenkur, um die einleitenden Worte aufzugreifen, kann nicht die Rede sein, stand aber auch nicht wirklich zur Debatte. Stattdessen liefern die bayrischen Nachbarn ihre bislang beste und rundeste Platte mit Hits und Nackenbrechern von vorne bis hinten ab. Jetzt sind sie endgültig in der europäischen Spitzenklasse angekommen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 18.01.2019
Erhältlich über: Napalm Records (Universal Music)

Website: dustbolt.net
Facebook: www.facebook.com/dustbolt

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Category: Magazin, Reviews

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