Dust Bolt – Awake The Riot

| 27. Mai 2014 | 0 Comments

Dust Bolt

Mit Vollgas und einem deutlich hörbaren Faible für Bay-Area-Thrash debütierten die bayerischen Nachbarn Dust Bolt vergangenes Jahr mit „Violent Demolition“. Alte, vertraute Riffs, mörderische Grooves und halsbrecherische Speed-Attacken boten zwar keine großen Neuigkeiten – in diesem Genre auch kaum möglich – wussten jedoch zu unterhalten. „Awake The Riot“ knüpft knapp zwei Jahre später nun nahtlos daran an und zeigt hörbar, dass sich die wachsende (Live-)Erfahrung des Quartetts bezahlt macht.

Ihren vielleicht größten Hit bis dato feuern die Bayern gleich zu Beginn ab. „Living Hell“ bietet fünf Minuten lang Thrash-Action der aggressiven, druckvollen Sorte. Kleinere Groovebreaks und ausladende, melodische Parts intensivieren das Geschehen zunehmend und lassen den finalen Kraftakt, den kathartischen Ausbruch entsprechend mächtiger erscheinen. „Soul Erazor“ knüpft nahtlos daran an, baut modernere Versatzstücke mit einem Hauch von Crossover ein und hält die Mosh-Fahne damit hoch. Ohne Frage: Dust Bolt sind auf Kurs.

Wie auf der letzten Platte spart man sich die Durchhänger für den Schluss auf. Die überlangen Tracks „Distance Scream (The Monotonous)“ – nomen est omen – und „Future Shock“ wirken gezwungen und verlaufen sich in der eigenen Undurchsichtigkeit. Epische Melodik ist nicht die Sache des deutschen Quartetts, was letztlich nicht schlimm ist. Stattdessen rumpeln sie durch „Agent Thrash“, ziehen mit „Eternal Waste“ ein kleines aber feines Monster auf und geben sich in „You Lost Sight“ toxischen Exodus-Grooves hin.

Erneut bedingt originell, erneut zum Ende hin flach – und doch funktioniert „Awake The Riot“ besser als das Debüt, weil es Dust Bolt mittlerweile verstehen, ihren Arrangements Nachdruck und Bedeutung beizumessen. Gerade die erste Hälfte der Platte brennt wie Feuer auf den Nackenwirbel des moshwilligen Volkes, auch der Rest zwischen Groove und Melodik unterhält über weite Strecken. Einen Klassiker darf man sich von den Mannen aus Landsberg am Lech zwar nicht erwarten, wohl aber bestes Futter für die kommende Festivalsaison.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 30.05.2014
Erhätlich über: Napalm Records (Universal Music)

Facebook: www.facebook.com/dustbolt

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Category: Magazin, Reviews

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