New Light Choir – Torchlight

| 22. November 2018 | 0 Comments
New Light Choir

(c) Svart Records

Klassische Metal-Klänge sind aktuell relevanter denn je, wie Proto-Revival über Proto-Revival seit Jahren eindrucksvoll unter Beweis stellt. Aktuell spielt die Doom-Ursuppe eine wichtige Rolle, und genau hier setzen New Light Choir an. Aktuell noch ein reines Studio-Projekt aus den USA, schmiedet das Duo große Pläne im Spannungsfeld zwischen Doom Rock, New Wave of British Heavy Metal und ruppiger Härte. „Torchlight“ packt alles, was im letzten halben Jahrhundert unter düsterer Gitarrenmusik firmierte, auf eine mächtige Platte.

„The Grand Architect“ leitet diese geschmackvoll gehaltene Dreiviertelstunde mit finsteren Untertönen und verkappt okkulter Note ein – ein Gradmesser dessen, was auf dem Rest des Albums passieren wird. Geschmackvolle Heavyness, hymnischer Gesang (John Niffenegger deutet hohe Register an, ohne jedoch komplett ins Falsett zu verfallen) und brodelnde Gefahr im Hintergrund erzeugen eine wahrlich einzigartige Atmosphäre. Ansätze schwarzmetallischer Riffs werden in die späten 70er Jahre versetzt und kokettieren mit Diamond Head – eine kuriose wie hochgradig spannende und explosive Mischung.

So oder so ähnlich funktioniert auch der Rest des Albums. „Psalm 6“ bezieht seine Kraft aus hohem Tempo und infernaler, nordischer Energie, die abermals mit klassischem Klargesang kollidert. Locker könnte man sich heiseres Gekeife und gutturale Growls zu diesem Hassbrocken vorstellen. Ein „Last March“ beleuchtet hingegen die epische Seite des Genres, stapft erhobenen Hauptes durch verschneite Wälder und droht sich in reißende Fjorde hinabzustürzen, nur um kurz vor knapp durchzuatmen und einem neuen Tag entgegenzufiebern.

Stets dem Abgrund nahe und doch so beneidenswert in sich ruhend, führen New Light Choir Welten zusammen, die eigentlich nicht so recht zueinanderpassen wollen. Von der vergleichsweise klassischen, doomigen Metal-Hymne bis zum Hassbrocken mit gestenreichem Gesang ist hier alles dabei. „Torchlight“ ist bissig und sich doch seiner Wurzeln bewusst, wagt eine Zeit- und Weltreise der spektakulären Art. Das mag zunächst ein wenig kurios anmuten, setzt letztlich aber gewaltige Power und unheimlichen Charme frei – eine spannende Grenzerfahrung, nicht nur für Metal-Historiker.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.11.2018
Erhältlich über: Svart Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/newlightchoir

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Category: Magazin, Reviews

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