Cortez – No More Conqueror

| 7. November 2018 | 0 Comments
Cortez

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Sie haben’s nicht so mit der Release-Frequenz, die Herren von Cortez. Auch wenn ihre Musik das nicht suggeriert, legen die Schweizer eine gewisse Gemütlichkeit an den Tage, und so hat „Phoebus“ bereits fünf stattliche Jahre auf dem Buckel. Damals schlug der wilde Mix aus Post Metal, Math und Sludge perfekt ein, die Erwartungshaltung ist also entsprechend hoch. Kann „No More Conqueror“ diese erfüllen? Und wie!

Die eierlegende Wollmilchsau tankt sich durch 37 wahnwitzige Minuten mit Ausrufezeichen am laufenden Band. Dazu zählt natürlich auch das mit einem Video versehene „According To Claude Bernard“. Schön ruhig zu Beginn, legt das Trio nach 20 Sekunden den Schalter um und nimmt Fans von Botch und Converge mit auf einen waschechten Höllenritt. Stakkato-Attacken, pure Hektik und infernale Riffs geben sich die sprichwörtliche Klinke in die Hand. Mehr davon bietet „Nigredo“. Hier bricht endgültig volles Chaos aus, sogar für heiseres Kreischen bleibt Zeit.

Zeit durchzuatmen? Von wegen, ein „Antes Dos Dias Dos Deuses De Ontem“ lässt selbst in den vermeintlich ruhigeren Momenten Wellen perfekt kondensierten Chaos los. Wie ein Schnellzug, der kurz vor dem Entgleisen steht, ziehen Cortez immer tiefer und tiefer in den emotionalen Malstrom hinab. Dort lauert „In Albis“, ein nahezu unnahbarer Mix aus brütender Sludge-Wucht und voluminösen, fast schon eingängigen Post-Metal-Attacken – besser lässt sich der Sound der Schweizer nicht auf den Punkt bringen.

Hier trifft, wie schon auf dem Vorgänger, jeder einzelne Song ins Schwarze. „No More Conqueror“ mutiert zum chaotischen Hit-Album, ohne weder das Eine noch das Andere zu sein. Was oberflächlich nach Chaos klingt, widmet sich geschickt bis genial arrangierten Strukturen, während eingängige oder hitverdächtige Momente bestenfalls von kurzer Dauer sind, bevor die nächste polyrhythmische Attacke zuschlägt. Unabhängig davon gestaltet sich die neue Platte der Schweizer abermals als Überflieger. Cortez mögen sich überdurchschnittlich viel Zeit für ihre Musik lassen, das gewaltige Niveau spricht allerdings für sich.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 09.11.2018
Erhältlich über: WOOAAARGH / recordJet (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/cortezrocks

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Category: Magazin, Reviews

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