Beelzefuzz – The Righteous Bloom

| 27. September 2016 | 0 Comments
Beelzefuzz

(c) Kathy Reeves

Wie oft kann ein so altes Genre wie Doom Rock/Metal eigentlich neu erfunden werden? Beelzefuzz aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten versuchen es zumindest und mischen klassische Metal-Einflüsse, dezente Occult-Elemente und leidenschaftliche Predigten in den würdevoll gealterten Sound. Drei Jahre nach dem soliden, selbstbetitelten Debütalbum folgt nun „The Righteous Bloom“, das sich vollends der geschmackvollen Düsternis hingibt.

Das eröffnende „Nazriff“ gibt die Richtung vor. Trockener Auftakt, gemächliches Tempo, schon setzt eine süffige Gitarre ein. Dana Ortts herrlich variable Stimme nimmt Höhen und Tiefen ganz locker, zeichnet dramatische Bilder und erinnert damit, passend zur Arrangierung, an die Pioniere des Genres. Beelzefuzz konzentrieren sich, hier wie auch über weite Strecken des gesamten Albums, auf das Wesentliche. Natürlich findet ein kurzes Gitarrensolo statt, das gehört sozusagen zur doomig-metallischen Grundausstattung.

Zwischen dem kurzen und sympathisch balladesken „Sanctum & Solace“ und dem erhabenen „Nebulous“ decken Beelzefuzz ihr gesamtes musikalisches Spektrum ab, offenbaren aber auch gewisse Schwächen. Zu gerne ziehen sie solide Ideen unnötig in die Länge und verweilen beständig auf einem einzigen Gedanken. Dieses Problem offenbart sich unter anderem im siebenminütigen Titelsong – guter Auftakt, dahinter aber etwas zäh. Am besten sind die US-Amerikaner, wenn sie sich zwischen dreieinhalb und viereinhalb Minuten bewegen, dazu ein wenig Power mitbringen: „Hardluck Melody“, „Power On The Vine“ und „Eternal Waltz“ brennen sich ein.

Star dieser Platte ist letztlich Dana Ortt, der selbst mittelmäßige Songs mit seiner herausragenden Stimme veredelt und „The Righteous Bloom“ in Form klöppelt. Das heißt aber keineswegs, dass hier durch die Bank Langeweile regieren würde: Wenn sich Beelzefuzz auf Prägnanz und Intensität konzentrieren, können nur wenige mit ihnen mithalten. Klar wäre hier viel mehr möglich gewesen, viele unterhaltsame Tracks sorgen aber für beste Laune – gerade nun, da sich der Nebel Schritt für Schritt übers Land legt.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 30.09.2016
Erhältlich über: The Church Within Records (AL!VE)

Website: www.beelzefuzz.com
Facebook: www.facebook.com/beelzefuzzofficial

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Category: Magazin, Reviews

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