Kuolemanlaakso – M. Laakso – Vol. 1: The Gothic Tapes

| 17. August 2016 | 0 Comments
Kuolemanlaakso

(c) JP Palmunen

Für Außenstehende ist die Situation kurios: Warum veröffentlicht M. Laakso ein Soloalbum als Kuolemanlaakso? Während sich die Band mittlerweile als Death-Doom-Powerhouse etabliert hat, nahm sie ihren Ursprung als Laaksos One-Man-Show und kehrt temporär nun zu diesen Wurzeln zurück, da die eigentliche Stimme Mikko Kotamäki mit Swallow The Sun unterwegs ist. Auch musikalisch ist für diesen Zwischenschritt einiges anders geworden, denn „M. Laakso – Vol. 1: The Gothic Tapes“ setzt auf melodischen Gothic Metal und englische statt finnische Texte.

Eine Dreiviertelstunde lang stehen nun also Amorphis und Paradise Lost Pate. Laakso hat eine ganze Band um sich geschart und holt sich auch schon mal gesangliche Unterstützung. Jaani Peuhu von Iconocrash ist am Start, Hauptsänger Mikko Kotamäki und auch Helena Haaparanta von Crimfall, die gleich bei mehreren Songs mithilft, darunter das grandiose „The World’s Intolerable Pain“. Natürlich geht das weit über gängigen Weltschmerz hinaus, wenn der Protagonist mit Grabesstimme gegen den bislang vertrauten Kuolemanlaakso-Duktus knurrt und engelsgleiche Unterstützung erhält. Hinter diesem melodischen und doch intensiven Leckerbissen verbirgt sich dennoch ein gewaltiger Reiz.

Hits setzt es ebenso, darunter das bissige, beinahe Alternative-artige „Where The River Runs Red“, dessen hektischer Refrain und Wormfortsatz mit Chants auf bizarre Weise einlullt, verzaubert und betört. Einzig im balladesken „Deeper Into The Unknown“ greift er zu tief in den Schmalztopf und langweilt mit folkigen Ausflügen, doch bereits das folgende, monumentale „My Last Words“ rückt den Eindruck gerade. Schwere Kuolemanlaakso-Tränen und beklemmende Melodik berühren.

Natürlich kennt man Kuolemanlaakso eigentlich ganz anders, aber das ist letztlich auch unerheblich. M. Laaksos Solo-Ausflug, so kurios er im Vergleich zum eigentlichen Bandsound auch anmutet, macht Sinn und unterhält. 45 gut gemacht Gothic-Minuten, kaum Verschnitt, rohe Emotionen, kleine Hits und mächtig Power bereiten langsam aber sicher auf den nahenden Herbst vor. Vielleicht hätte es für diesen Release auch ein anderer Bandname getan, an der Qualität dieser wirklich starken Platte ändert das aber nichts. Beim nächsten Mal dann aber trotzdem bitte wieder mit Death-Doom-Drive.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 26.08.2016
Erhältlich über: Svart Records (Cargo Records)

Website: kuolemanlaakso.net
Facebook: www.facebook.com/kuolemanlaakso

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Category: Magazin, Reviews

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