Poison Headache – Poison Headache

| 2. Juni 2016 | 0 Comments
Poison Headache

(c) Metal Blade

Poison Headache spielen Crossover für die Neuzeit.“ – dieses markige Statement thront über dem Debütalbum eines Trios mit durchaus bekannten Namen. Andrew Kukta (ex-Internal Affairs), Kyle Rosa (Hell Or Highwater) und Phil Sgrosso (Wovenwar, ex-As I Lay Dying) liefen sich bereits in der High-School-Zeit über den Weg und beschlossen irgendwann, gemeinsame Sache zu machen. Das schlicht „Poison Headache“ betitelte Einstandswerk widmet sich Hardcore in all seinen Ausprägungen, oft mit gar chaotisch anmutender Wucht versehen.

Natürlich standen unter anderem Converge Pate, wenn Tracks wie der Opener „Sin Eater“ oder das furiose „Hail, Colossus“ durch die Boxen rumpeln, aber eben nicht nur. Hardcore mit Crossover-Attitüde der 80er Jahre, ordentlich Dreck und manische Riffs dürfen ebenso wenig fehlen. So mischen sich dezente Harmonien unter „Hail, Colossus“, auch ein wenig Midtempo-Groove ist da, während die heulende Gitarre gegen Ende überraschend sumpfig anmutet.

Mehr und mehr erinnert das Trio an High On Fire auf Speed, an Entombed (A.D.) in all ihrer Ranzigkeit, ja sogar an guten, alten Rock’n’Roll hinter fetter Dreckschicht. Wenn ein „Gray Skies“ von zahlreichen Zäsuren förmlich zerfressen wird und doch mutig an die Barrikaden geht, hat das mindestens so viel Charme wie das langsam anrollende, leicht entrückte, gar metallische „Discloser“. Zwischendurch setzt es wilde, in manchen Momenten sogar an die Grindcore-Pforte anklopfende Wunderwerke Marke „Conspirator“, die letztlich komplett verwirren.

In einer wuchtigen wie wütenden halben Stunde machen Poison Headache aus allem Kleinholz, was sich ihnen in den Weg stellt. Natürlich ist das Crossover, allerdings im Sinne der Genre-übergreifenden musikalischen Feinstarbeit – kein Skate, kein Rap, kein Nu. Und das mach auch Sinn, denn musikalische Vergangenheit, Gegenwartsbeobachtungen und die pure Lust an ordentlich Druck auf Gebühr muten gleichermaßen vertraut wie frisch an, bekannt und doch ganz anders. Crossover für die Neuzeit? Plakativ aber vertretbar; Hauptsache es knallt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.06.2016
Erhältlich über: Metal Blade (Sony Music)

Website: poisonheadache.com
Facebook: www.facebook.com/PHslays

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Category: Magazin, Reviews

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