Hell Or Highwater – Begin Again

| 11. August 2011 | 0 Comments

Hell Or Highwater

Brandon Saller konnte schon als Drummer der zurzeit auf Eis liegenden US-Metalcore-Band Atreyu sein gesangliches Talent unter Beweis stellen. Auf seiner neuen Spielwiese Hell Or Highwater überlässt Saller das Verdreschen der Felle jemand anderem und konzentriert sich voll und ganz auf den Posten als Frontmann. Das Debütalbum „Begin Again“ verdeutlicht, dass dieser Schritt schon längst überfällig war.

Wie der Albumtitel vermuten lässt, wirkt dieser „Neuanfang“ wie eine Art Befreiungsschlag von Saller. Die Lyrics stecken immer noch voller Emotion, vermitteln aber eine deutlich lebensbejahendere Botschaft als bei Atreyu. Dies passt auch zur musikalischen Ausrichtung der Band. Wer hier nach Core-Geshoute und Breakdowns sucht, ist definitiv an der falschen Adresse. Hier regieren nach vorne preschende Hardrock-Riffs, eingängige Hooks und Sing-along-Refrains.

Bereits der Opener „Gimme Love“ rockt, was das Zeug hält, und jagt dem Hörer ein erstes Grinsen in die Visage. Der vorgegebene Takt von Drummer Kyle Peek, die heulenden Gitarrenharmonien von Matt Pauling und Neil Thiemann und der Gesang von Saller gehen sofort ins Ohr. Im Refrain glänzt Saller mit seinem enormen Stimmumfang und macht den Song zum ersten Hit des Albums. Das folgende, fast schon aggressive „Hail Mary!“ kann mit einer der am stärksten beeindruckenden Bridge-Chorus-Kombinationen aufwarten, die es in den letzten Jahren zu hören gab. Hier fährt der Zug drüber.

In der Halbballade „Tragedy“ schüttet Saller sein Herz aus und setzt merklich viel Emotion in seinen flächendeckenden Gesang. In den instrumentalen Passagen kommt vorallem die cool-groovende Gitarrenarbeit zur Geltung. Auf „Rocky Water’s Edge“ begeben sich die Herren sogar in Country-artige Gefilde. Folglich ist der Kitschfaktor etwas höher als bei den restlichen Songs. Ähnliches gibt es bei „When The Morning Comes“ zu vermerken, mehrstimmiger „Ahhh-Ahhhs“ im Refrain sei Dank. Hier hatte man wohl in erster Linie den amerikanischen Markt im Visier. Genügend Radio-Airplay sollte hiermit jedenfalls gesichert sein.

Ein definitives Highlight der insgesamt elf Songs ist „Go Alone“. Auch hier liebäugelt man mit Countrymusik. Die Nummer kommt aber durch den Rockabilly-Touch extrem schmissig rüber. Zusätzlich gibt es noch einen coolen Gast-Auftritt von Avenged Sevenfold-Rampensau M. Shadows. Im Refrain platziert Saller einmal mehr die sprichwörtliche Kirsche auf das Sahnehäubchen. Eigentlich spielt es keine Rolle welche Songs man herauspickt. Sei es das tanzbare „Terrorized In The Night“ oder das punkige „Crash & Burn“, so ziemlich jeder Track trägt den Stempel „potentieller Hit“.

Hell Or Highwater haben mit ihrem Erstling eine absolut solide, moderne Rock-Platte abgeliefert und würden wohl auch ohne Sallers Vorgeschichte ihren Weg gehen. Trotz des hin und wieder aufkommenden Schmalz-Faktors wirkt der Sound frisch und ehrlich genug, um nicht als eine unter vielen belanglosen Ami-Rockbands abgestempelt zu werden. Die Mischung aus Hardrock, Punk, Pop und einer ordentlichen Portion Rock’n’Roll geht auf „Begin Again“ voll und ganz auf und sollte den Jungs in kürzester Zeit eine Menge Anhänger inklusive Plattendeal bescheren.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 09.08.2011
Erhältlich über: Eigenvertrieb (US-Import)

Website: www.hellorhighwaterofficial.com
Facebook: www.facebook.com/HellorHighwaterofficial

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Category: Magazin, Reviews

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