High On Fire – Luminiferous

| 19. Juni 2015 | 0 Comments
High On Fire

(c) Tom Couture

Scheinbar unaufhaltsam tankt sich das Power-Trio High On Fire voran und setzt musikalische Highlights in behänder Regelmäßigkeit. Die Sludge-Stoner-Doom-Melange des kalifornischen Trios scheint mit den Jahren noch härter, kreativer und unnachgiebiger zu werden. Für den Nachfolger von „De Vermis Mysteriis“ schrieben sich High On Fire pure Heavyness aufs Banner. Tatsächlich erfüllt das siebte Studioalbum „Luminiferous“ die eigenen Erwartungen und setzt den Reigen an packenden, ausladenden Platten fort.

Gemäß Albumtitel erzeugen High On Fire Licht. Aufgegangen ist ihnen selbiges freilich schon vor Jahren. Anstatt davon zu zehren, setzen die US-Amerikaner aber wieder neue Impulse. Gerade die ruhigeren, semi-balladesken Momente sind rar gesät, und so ist ein Nachfolger von „Warhorn“ gerne gesehen. Auch „The Cave“ spielt mit der bleiernen Schwere und Düsternis von Type Of Negative, packt für den Refrain bärbeißige Härte und ordentlich Distortion aus. Tatsächlich zehren diese knapp acht Minuten aber vor allem von den fragilen Strophen, instrumentalen Einlagen und uncharakteristischer Nachdenklichkeit – ein unübliches Monster, das so manchen zusätzlichen Hördurchlauf verlangt.

Keine Sorge, natürlich wird es stellenweise auch richtig hart. „Slave The Hive“ entpuppt sich als wahres Thrash-Monster mit holprigem Highspeed-Rhythmus und präzisem Gitarrensolo. Das Sieben-Minuten-Epos „Carcosa“ hat das Zeug zur neuen Bandhymne aufzusteigen mit seinen beinahe schüchternen, nur gemächlich anlaufenden Melodien, breitbeinigen Riffs und doomigen Einschüben. „The Lethal Chamber“ hingegen ist laut, hässlich, ungehobelt und ganz schön dreist – ein pausenloser Nackenschlag, übersät mit Warzen, widerwärtig und doch so faszinierend. Schließlich wäre da noch „The Black Plot“, ein an sich klassischer Opener, der so ziemlich die gesamte Tempo-Bandbreite High On Fires abdeckt und zu keiner Zeit langweilig wird.

Es ist schon unglaublich: „Luminiferous“ schafft das beinahe Unmögliche und variiert bekannte Band-Trademarks so geschickt mit vergleichsweise übersichtlich gehaltenen neueren Einflüssen, dass sich ein gleichermaßen vertrauter und doch erfrischender Effekt einstellt. Anders gesagt: High On Fire verzichten auf Revolution, entwickeln sich weiter, bauen auf Altbekanntes und schreiben abermals extrem starke Songs, die locker mit jenen des Vorgängers mithalten können. Der Reigen an Ausnahmealben setzt sich also fort.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 19.06.2015
Erhätlich über: Century Media (Universal Music)

Website: www.highonfire.net
Facebook: www.facebook.com/highonfire

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Category: Magazin, Reviews

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