Candlemass – Death Thy Lover

| 3. Juni 2016 | 0 Comments
Candlemass

(c) Beatrice Edling

Vor vier Jahren riefen Candlemass mit dem Release von „Psalms For The Dead“ den Studio-Ruhestand aus und wollten sich ausschließlich auf den Bühnen der Welt zeigen. Nun gibt es doch neues Material, und zwar eine EP zum 30jährigen Bandjubiläum. Das Mikrofon liegt übrigens mittlerweile in den kompetenten Händen von Mats Levén, der nach dem Abschied von Rob Lowe live seinen Mann stand. Ob „Death Thy Lover“ der Testlauf für ein neues Studioalbum sein könnte?

Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Titeltrack, zugleich auch der mit Abstand stärkste neue Song. Nicht nur das, „Death Thy Lover“ hat durchaus Klassikerpotential, weil die Verbindung aus klassischen Candlemass-Trademarks und eingängiger Moderne beeindruckend perfekt klappt. Außerdem singt Levén wie ein junger Gott und gibt den Ruhepol in den druckvollen, überraschend harten Strophen. Für den Refrain maximieren die Doom-Legenden ihr Pop-Potential und erinnern damit ein wenig an Ghost. Binnen Sekunden setzt sich der Track fest und wächst mit jedem Durchlauf weiter. Selbst das ruhige, balladeske Outro hat Charme.

Candlemass sind aber keine One-Trick-Ponies, auch die übrigen Songs machen Laune. Selbst das anfangs etwas handzahme Instrumental „The Goose“ funktioniert trotz kleinerer Anlaufschwierigkeiten. „Sleeping Giant“ hätte mit seiner manischen Gitarrenarbeit auch auf der letzten Platte funktioniert, zumal die plötzliche Tempoverschleppung im Hauptteil mit herrlich predigenden Vocals für den letzten Kick sorgt. Das mit klassischen Black-Sabbath-Motiven ausgestattete „Sinister N Sweet“ führt für ein paar Minuten zurück zu den Anfängen der Doom-Urgesteine.

Kurz und bündig: Können Candlemass die Studio-Form von „Death Thy Lover“ konservieren, dann dürfen sie gerne wieder neue Platten veröffentlichen. Überragender Titeltrack, solides Instrumental, zwei launige Doom-Brocken – vier Songs, die unverschämt viel Laune machen. Mit diesem von vorne bis hinten bockstarken Geburtstagsgeschenk zeigen die Schweden, dass mit ihnen weiterhin zu rechnen ist. In dieser Form wäre es töricht, nur noch live aufzutreten.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.06.2016
Erhältlich über: Napalm Records (Universal Music)

Website: www.candlemass.se
Facebook: www.facebook.com/candlemass

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Category: Magazin, Reviews

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