Sofy Major – Waste

| 26. Oktober 2015 | 0 Comments
Sofy Major

(c) Solar Flare Records

Hier ist ein Name, den man sich merken muss: Sofy Major. Dahinter steckt nicht etwa eine neue Rock-Röhre, sondern ein Trio aus dem Herzen Frankreichs. Mit einer Mischung aus Hardcore, Noise Rock und Stoner / Sludge adaptieren die Herren aus Clermont-Ferrand im Herzen des Landes das urbane, post-industrielle Antlitz ihres Wohnorts in ihren Sound. „Waste“ ist bereits ihr drittes Studioalbum und zeigt eine Band, die Unsane ordentlich Feuer unterm Hintern macht.

In neun bissigen wie dynamischen Akten jagen die Franzosen die eierlegende Wollmilchsau über glühende Kohlen und schütteln, ganz nebenbei, ein paar feiste Hymnen aus dem Ärmel. Da wäre zum Beispiel, schön zur Mitte platziert, das abgefuckte „Infinite Pill Case“. Baroness mit Magenverstimmung, eine Prise Cancer Bats und Whores. rattern durch das Kleinhirn, getragen von herrlich schiefen und doch so eingängigen Screams. Auch die instrumentale Abteilung lässt es sich nicht nehmen, mit Dissonanzen, überraschend wechselndem Tempo, Mega-Riffs und einem kurzen Bass-Solo (!) zu arbeiten – ein echter Trip.

Die vielleicht interessanteste Nummer ist allerdings ein Cover. Ganz zum Schluss nehmen sich Sofy Major „As Happy As“ von ihren Landsleuten und (Hardcore-)Punk-Vorreitern Les Thugs vor. Tatsächlich wird so etwas wie Gesang eingesetzt, beschwörend und in bester Post-Punk-Manier mit Jaz Coleman-Einschlag. Dieser Ausbruch aus dem gängigen Schema – zumindest oberflächlich – bereichert die Platte ungemein und wirkt neben den Minihits „We See Fire“ und „Iron Butt“ gar überlebensgroß.

Freilich, was sich hier abspielt, ist durchaus vertraut, zumindest in seinen zahllosen Einzelteilen. „Waste“ bedient sich bei einer Vielzahl an Bands und Genres, wirft den Noise-Mixer an und spuckt nebenbei noch dem Melvins’schen Riffteppich in die Suppe. Herausgekommen ist eine durch und durch unterhaltsame Platte, die sich auch von Filler-Ansätzen nicht aus der Bahn werfen lässt. Sofy Major übertreffen sich selbst und deuten den großen Wurf, eine echte Hitplatte an. Noch ist es nicht soweit, aber bald.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 30.10.2015
Erhätlich über: Solar Flare Records (Broken Silence)

Website: www.sofymajor.com
Facebook: www.facebook.com/sofymajor

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Category: Magazin, Reviews

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