Counting Days – Liberated Sounds

| 15. Oktober 2015 | 0 Comments
Counting Days

(c) Will Ireland

Resteverwertung auf Metalcore: Hinter den Briten Counting Days, steht das einstige Songwriting-Duo von TRC, denen sich kurze Zeit später Ex-Heights-Frontmann Thomas Debaere anschloss. Bassist und Zweitgitarrist wurden im Rahmen einer gemeinsamen Tour mit Rough Hands rektrutiert. Ihr Debütalbum „Liberated Sounds“ nahm das Quintett in Göteborg auf und machte damit einen prominenten Gast auf die, wie er es beschreibt, mitreißende Mischung aus Old-School-Hardcore und rohstem Death-Metal-Sound aufmerksam.

Besagter Gast ist kein Geringerer als At The Gates-Frontmann Tomas Lindberg, der auf „Sands Of Time“, einem der härtesten Tracks dieses Einstands, mitbrüllt. Tatsächlich handelt es hierbei, wie auch bei weiten Strecken der Platte, um eine besonders rohe, knüppeldicke Form von Metalcore, die mit Klargesang und süßlichen Melodien rein gar nichts zu tun hat. Selbst die seltenen Clear Vocals von Bassist Alex Dench werden mehr gesprochen denn gesungen und haben vor allem dramaturgisch wertvollen Effekt, um die wütenden Arrangements etwas zu verdichten.

Bereits der Opener „Burned By Faith“ macht deutlich, dass es sich hierbei um keine herkömmliche Genre-Platte handelt. Mit wütenden Schreien und hohem Tempo befindet man sich sofort in media res, getragen von einer Kakophonie an Hardcore-Geballer und feistem Death-Metal-Riffing. Natürlich halten Breakdowns Einzug, natürlich ist so etwas wie ein Refrain erkennbar, doch das gehört einfach dazu. „Life & Death“ legt später sogar noch eine Schippe drauf und macht deutlich, warum Lindberg so viel vom Sound der Briten hält. Selbst die seltenen, instrumentalen Interludes und Outros haben Hand und Fuß, wirken nach dem abschließenden Derwisch „Reunion“ wie eine dringlich notwendige Verschnaufpause – bevor die Repeat-Taste den Spaß wieder von vorne beginnen lässt.

Unnachahmlich brachial und clever – „Liberated Sounds“ setzt neue Impulse und lässt ein ganzes Genre aufatmen. Das hier ist Metalcore, welcher der Norm entspricht, eigentlich aber auch nicht. Geschickt umwandern Counting Days gefährliche Klippen, akzentuieren die Wurzeln dieses Sounds und revitalisieren ihn durch eine Mischung aus Hochgeschwindigkeits-Frustbewältigung, cleverem Songwriting und geschicktem Brechstangentango. Kurzum: wütend, durchdacht, unterhaltsam und somit Pflichtkauf für Metal(core)-Fans.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.10.2015
Erhätlich über: Mascot Label Group (Rough Trade)

Website: www.countingdaysmusic.com
Facebook: www.facebook.com/Countingdaysuk

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Category: Magazin, Reviews

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