Implore – Depopulation

| 10. September 2015 | 0 Comments
Implore

(c) Pelagic Records

Fettes Konzert, zwei Besucher treffen sich im Anschluss am Bahnhof und beschließen kurz darauf gemeinsam eine Band zu gründen – wer kennt das nicht? So geschehen vor knapp zwei Jahren in Hamburg, der Grundstein für Implore war gelegt. Zunächst arbeitete das Grind-Duo mit Christian Bass am Schlagzeug zusammen, der mittlerweile aber bei Heaven Shall Burn aktiv ist. Nach Touraktivitäten in ganz Europa, den USA und Mexiko wurde das Debütalbum „Depopulation“ eingespielt – übrigens mit Bass hinter der Schießbude.

Rasend, wütend und brachial in traditioneller Nasum-Manier, peitscht das Trio über 28 Minuten Grind-Action in Reinkultur – kleinere Noise-Breaks ausgeklammert – hinweg. Besonderes Augenmerk liegt auf Gabriel Dubko. Die kehligen, variablen Growls des gebürtigen Argentiniers verleihen den ohnehin knüppelharten, dynamischen Songs zusätzliche Intensität. Das äußert sich vor allem in kleineren Ausbrüchen aus der gängigen Formel, beispielsweise wenn „Ruthless Conspiracy“ das Tempo herausnimmt und mit Death-Metal-Grooves jongliert. Auch der martialische Stomper „Homo-Consumens“ hat seinen Reiz.

Rundherum gilt aber Vollgas mit dem überragenden Opener „Epicyte/Parasite“, dem in seiner Kürze überragenden „Neo Luddite“ oder dem gekonnt zwischen Brechstange und Schwerfälligkeit pendelnden „Hegellian Dialectic“. Freilich erfinden Implore auf ihrem Debütalbum das Grind-Rad keinesfalls neu, aber das wäre wohl auch ein Ding der Unmöglichkeit. „Depopulation“ serviert traditionelle Genre-Action mit gelegentlich verschlepptem Tempo, druckvoller und doch reduzierter Produktion sowie drei hervorragenden Musikern – definitiv einer der stärkeren europäischen Grindcore-Releases des Jahres.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 11.09.2015
Erhätlich über: Pelagic Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/imploreband

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Category: Magazin, Reviews

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